Glukoseüberwachung: Selbstmessung unterschätzt Blutzuckerentgleisungen15. April 2018 © Kwangmoo – fotolia.com Wenn die vom Patienten selbst aufgezeichneten Werte der Blutzuckermessungen nicht zu dem mithilfe des HbA1c-Wertes geschätzten Durchschnittsblutzucker passen oder wenn die klinischen Symptome des Patienten sich nicht durch die selbst gemessenen Werte erklären lassen, wird das Management des Diabetes mellitus zur Herausforderung. Eine Studie mit 61 Diabetespatienten aus den USA liefert mögliche Erklärungen für diese Probleme. Demnach bildet die Selbstmessung des Blutzuckers zwar den durchschnittlichen Blutzuckerwert akkurat ab, unterschätzt aber Hyper- und Hypoglykämien. Eine kontinuierliche Glukosemessung (CGM) dagegen bringt Glukosemuster zutage, die die Selbstmessung nicht erfassen kann. Von den Studienteilnehmern waren 27 an Typ-1-Diabetes und 34 an Typ-2-Diabetes erkrankt. Die CGM wurde an 4 Tagen von speziell ausgebildeten Krankenschwestern durchgeführt, die Patienten führten währenddessen ihre eigenen Blutzuckermessungen fort. Die niedrigsten, höchsten und durchschnittlichen Glukosewerte, die bei der Selbstmessung aufgezeichnet wurden, wurden mit den entsprechenden CGM-Werten verglichen. Die niedrigsten, selbst gemessenen Blutzuckerwerte war sowohl bei den Typ-1-Diabetikern (p=0,0232) als auch bei den Typ-2-Diabetikern (p=0,0003) ca. 25 mg/dl höher als bei der CGM. Die höchsten selbst gemessenen Blutzuckerwerte waren bei den Typ-1-Diabetikern ca. 30 mg/dl niedriger (p=0,0005) und bei den Typ-2-Diabetikern ca. 55 mg/dl niedriger (p<0,0001) als bei der CGM. Der HbA1c-Wert korrelierte mit dem höchsten und dem durchschnittlichen Blutzuckerwert aus Selbstmessung und CGM. Die niedrigsten Blutzuckerwerte waren am häufigsten während des Schlafes und vor dem Frühstück zu beobachten. Die höchsten Blutzuckerwerte wurden abends und nach Mahlzeiten gemessen. Fazit Die selbst aufgezeichneten Werte der Blutzuckermessungen schätzen die durchschnittliche Glukose genau ein, unterschätzen jedoch die Glukoseausschläge. Eine kontinuierliche Glukosemessung dagegen bringt Glukosemuster zutage, die die Selbstmessung nicht erfassen kann. Autoren: Mangrola D et al. Korrespondenz: Department of Internal Medicine, University of California at Davis, Davis, CA, USA Studie: Self-blood glucose monitoring underestimates hyperglycemia and hypoglycemia as compared to continuous glucose monitoring in Type 1 and type 2 diabetes Quelle: Endocr Pract 2018;24(1):47-52. Web: journals.aace.com/loi/endp
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