Green Balance-Projekt: Universitätsklinikum Bonn erforscht städtische Grünflächen23. Dezember 2022 Thomas Kistemann (l.), Leiter des GeoHealth Centres und des WHO Kollaborationszentrums am UKB, Timo Falkenberg (m.), Nachwuchsgruppenleiter IHPH, und Nico Mutters (r.), Direktor des IHPH, bei Messungen im Bonner Naherholungsgebiet Kottenforst. Foto: Rolf Müller/UKB Die Green-Balance-Nachwuchsgruppe wird in den nächsten fünf Jahren städtische Grünflächen der Region Köln-Bonn und ihren Einfluss auf unsere Gesundheit untersuchen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt mit 1,5 Millionen Euro. Bonn und Köln sind attraktive und beliebte Städte, die stetig wachsen. Mit der steigenden Einwohnerzahl und der Förderung von Klimaschutz und Nachhaltigkeit geht auch immer mehr die Planung städtischer Grünflächen einher. Parks, Naherholungsgebiete, Wälder oder Wasserflächen sind beliebte Freizeitorte der Städterinnen und Städter. Doch was sind die Vor- und Nachteile, aber auch die Risiken dieser Grünflächen für die menschliche Gesundheit? „Insbesondere vektorübertragende Krankheiten, zum Beispiel durch Zecken oder Stechmücken, aber auch allergische Beschwerden können durch die urbane Biodiversität an Bedeutung zunehmen. Diese Gesundheitsrisiken werden derzeit nicht systematisch erforscht und nur beiläufig in Grünflächenplanungen berücksichtigt“, so Prof. Nico Mutters, Direktor des Institut für Hygiene und Public Health (IHPH) am Universitätsklinikum Bonn (UKB).Das wird Dr. Timo Falkenberg, Wissenschaftler des GeoHealth Centre im IHPH am UKB nun mit einer Nachwuchsforschungsgruppe zum Thema „Green Balance – positive und negative Gesundheitsauswirkungen der städtischen Biodiversität“ ändern. Das Team hatte sich mit seinem Vorhaben in der Ausschreibung „Globaler Wandel: Klima, Umwelt und Gesundheit“ des BMBF und wird mit knapp 1,5 Mio. Euro gefördert. Die Forschenden wollen die positiven und negativen Gesundheitsauswirkungen untersuchen und in einer „Green Balance“ einander gegenübergestellen. Hierbei wird ein ganzheitlicher Gesundheitsansatz verfolgt: Physische, mentale und soziale Gesundheit werden berücksichtigt. „In der Studie untersuchen wir zehn bis fünfzehn ausgewählte Grünflächen in der Region Köln-Bonn. Wir führen unter anderem Messungen, zum Beispiel zu Temperatur und Feinstaubbelastung, durch und befragen Besucherinnen und Besucher über den Einfluss der Grünflächen auf ihre mentale Gesundheit, das Wohlbefinden und die Stressreduktion“, so Dr. Timo Falkenberg.Weitere Forschungen beziehen sich auf die Tiere und Lebewesen der Stadt. „Auch wilde Tiere, wie z.B. Füchse, halten sich durch die Ausdehnung der Städte immer öfter in städtischen Zentren auf und tragen mitunter für den Menschen gefährliche Zecken in den urbanen Raum. Wir analysieren das Vorkommen der Zecken und untersuchen sie auf die Bakterieninfektion Borreliose“, ergänzt Falkenberg.Ziel des Forschungsprojektes ist es, Handlungsempfehlungen zur Risikoreduzierung und Steigerung der positiven Auswirkungen von städtischen Grünflächen zu erarbeiten und diese an die Entscheidungsträger zu kommunizieren. „Wir freuen uns über die BMBF-Förderung der Nachwuchsgruppe, die Im Sinne eines One Health oder Planetary Health Ansatzes die Wechselwirkungen zwischen einzelnen Biodiversitätselementen, Tieren und Menschen analysiert, um Synergien und Konflikte zwischen Biodiversitätsförderung, Ökosystemleistungen und Gesundheitsrisiken zu identifizieren“, sagt Prof. Thomas Kistemann, Leiter des WHO Kollaborationszentrums (WHO CC) am UKB. Neben dem Nachwuchsforschungsgruppenleiter, Dr. Timo Falkenberg, werden drei Promotionsstudierende in den städtischen Grünflächen der Region Köln-Bonn forschen. Bewerbungen werden derzeit noch entgegengenommen.
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