Großanlegte Antikörper-Studie untersucht die Verbreitung von SARS-CoV-2 im Großraum Magdeburg23. Juli 2020 Blutproben der Uniblutbank Magdeburg. (Foto: © Christian Morawe/Universitätsmedizin Magdeburg) Die SeMaCo-Studie untersucht, ob sich im Blut von zunächst 2000 Blutspendern aus dem Großraum Magdeburg Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachweisen lassen – ein Hinweis auf eine durchgemachte Infektion. In der anhaltenden COVID-19-Pandemie werden derzeit weltweit viele neue Forschungsvorhaben und Projekte auf den Weg gebracht. Die Universitätsmedizin Magdeburg initiiert und beteiligt sich ebenfalls an zahlreichen Studien, um deutlich mehr Daten und Fakten zu COVID-19 zu sammeln. Die Frage nach der tatsächlichen Verbreitung des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 beschäftigt das Forscherteam um die Professoren Dr. Achim Kaasch, Leiter des Institutes für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene (IMMB), und Dr. Hans-Gert Heuft, Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie mit der Blutbank (ITIB). Die Ergebnisse der SeMaCo-Studie sollen dabei helfen, ein genaueres Bild über die Situation im Großraum Magdeburg zu gewinnen, den Verlauf und die Schwere der Pandemie genauer abzuschätzen und die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen besser bewerten zu können. Hintergrund: „Wir vermuten, dass ein großer Teil der Infektionen symptomarm verläuft und sich möglicherweise keine Antikörper im Körper nachweisen lassen.“, erklärt Mikrobiologe Kaasch mit Blick auf die Studie. „Inwieweit eine vollständige Immunität gegen SARS-CoV-2 vorliegt, ist derzeit noch unklar. Das menschliche Immunsystem ist allerdings sehr komplex, sodass neben den Antikörpern beispielsweise auch andere Akteure, wie die T-Zellen, eine wichtige Rolle bei der körpereigenen Abwehr und damit letztlich auch bei der Entwicklung eines Impfstoffes spielen.“ Derzeit werden in Deutschland in knapp 40 Studien Blutproben auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 serologisch untersucht. „Im Unterschied zu anderen Studien untersuchen wir über einen sehr langen Zeitraum mit insgesamt vier Antikörpertests immer wieder die gleiche Kohorte und versprechen uns davon unter anderem wichtige Rückschlüsse auf die sogenannte Herdenimmunität“, so Heuft. Je mehr Menschen die Erkrankung COVID-19 durchlaufen haben, desto eher kann eine Herdenimmunität gegen das Coronavirus erreicht werden. Das Risiko: Bei einem schwerwiegenden Verlauf der Erkrankung besteht die Gefahr, dass viele Menschen daran sterben können. Daher gilt die Entwicklung eines Impfstoffes als der schonendere Weg, um Immunität zu erreichen. Kaasch betont deshalb deutlich: „Die Einhaltung der geltenden Hygieneregeln ist nach wie vor das wichtigste Mittel im Kampf gegen die Verbreitung des Virus.“ Die Studie leistet einen wichtigen Beitrag, um weitere Daten und Fakten zu den unerkannten Infektionen zu sammeln. Die Studie startet am 1. September und ist für 21 Monate angelegt. In dieser Zeit werden die Studienteilnehmer in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung unter der Leitung von Prof. Christian Apfelbacher auch nach ihren Kontakten im beruflichen und familiären Bereich und zu ihrer Impfbereitschaft gegen SARS-CoV-2 befragt. Das Forschungsprojekt wird unter dem Titel „Serologische Untersuchungen bei Blutspendern des Großraumes Magdeburg auf Antikörper gegen SARS-CoV-2“ (SeMaCo-Studie) mit 240.000 Euro vom Land Sachsen-Anhalt gefördert.
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