Hohe pränatale PFAS-Exposition steigert das Asthma-Risiko16. April 2026 Nehmen Schwangere über das Trinkwasser hohe PFAS-Konzentrationen zu sich, steigert dies das Asthmarisiko ihrer Kinder. (Foto: © milanmarkovic78 – stock.adobe.com) In den zurückliegenden 50 Jahren hat die weltweite Prävalenz von Asthma deutlich zugenommen. Als eine der möglichen Ursachen hierfür haben schwedische Forschende eine hohe pränatale Exposition gegenüber Per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) identifiziert. PFAS sind weit verbreitete Chemikalien, die das Immunsystem beeinträchtigen und möglicherweise eine Rolle bei der Entstehung von Asthma spielen. Frühere epidemiologische Studien zu PFAS und Asthma hatten lediglich niedrige Expositionswerte untersucht und keine eindeutigen Ergebnisse geliefert. Nun haben die Forschenden von der Universität Lund (Schweden) die Auswirkungen einer hohen PFAS-Exposition evaluiert, die sich durch eine jahrzehntelange Kontamination eines kommunalen Wasserwerks in Ronneby mit den Chemikalien ergab. Dazu griffen sie auf Daten einer registerbasierten offenen Kohorte aller Kinder zurück, die zwischen 2006 und 2013 im betroffenen Landkreis geboren worden waren. Um die pränatale Exposition der Kinder mit PFAS abzuschätzen, verknüpften die Forscher die Adressen der Mütter während des Expositionszeitraums mit Wasserversorgungsdaten. Daten zu Asthmadiagnosen der Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren entnahmen sie dem Nationalen Patientenregister. Bei sehr hoher PFAS-Belastung steigt das Risiko um 40 Prozent Dabei zeigte sich, dass die Asthma-Inzidenz bei Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft einer mittleren PFAS-Belastung ausgesetzt waren, nicht erhöht war. „Wir konnten jedoch einen eindeutigen Zusammenhang zwischen einer sehr hohen PFAS-Belastung und einer höheren Asthma-Häufigkeit feststellen. Das Risiko, an Asthma zu erkranken, war bei Kindern von Müttern mit sehr hoher PFAS-Exposition um rund 40 Prozent höher“, berichtet Annelise Blomberg, Forscherin für Arbeits- und Umweltmedizin an der Universität Lund. Um Störfaktoren, die den Zusammenhang zwischen der PFAS-Exposition der Mütter und dem Asthma ihrer Kinder beeinflussen könnten, zu berücksichtigen, verglichen die Forschenden Kinder miteinander, die einen ähnlichen Hintergrund aufwiesen, beispielsweise hinsichtlich des sozioökonomischen Status und des Rauchens während der Schwangerschaft. Während des Nachbeobachtungszeitraums entwickelten 16 Prozent der Kinder mit geringer Exposition Asthma, verglichen mit 27 Prozent in der Gruppe mit sehr hoher PFAS-Exposition. „Wir können nicht mit Sicherheit sagen, dass der Anstieg spezifisch auf PFAS zurückzuführen ist, aber wir haben unser Bestes getan, um andere Faktoren auszuschließen, die die Ergebnisse beeinflussen könnten“, erklärte Anna Saxne Jöud, außerordentliche Professorin für Epidemiologie an der Universität Lund. Details zur Studie Die 11.488 Kinder in der Studie wurden anhand des Ausmaßes und der Dauer der PFAS-Exposition ihrer Mütter über das Trinkwasser in den fünf Jahren vor der Geburt der Kinder in Gruppen eingeteilt. Dabei wurde eine sehr hohe Exposition (194 Kinder) angenommen, wenn die Mütter über fünf Jahre an Adressen mit stark kontaminiertem Trinkwasser gelebt hatten. Als hohe Exposition (479 Kinder) galt, wenn die Mutter vor der Geburt mindestens ein Jahr lang an einer solchen Adresse gelebt hatte. Eine mäßige Exposition (1591 Kinder) lag vor, wenn die Mutter in Ronneby, jedoch nicht an einer Adresse mit stark kontaminiertem Wasser gelebt hatte. 9224 Kinder, deren Mütter zwar im Landkreis, jedoch nicht in Ronneby gelebt hatte, bildeten die Kontrollgruppe. „Diese Studie unterscheidet sich von früheren epidemiologischen Untersuchungen dadurch, dass sie Teilnehmer mit sehr hoher PFAS-Exposition einbezieht. Dies bietet ein breiteres Spektrum an Expositionen, als es üblicherweise in bevölkerungsbasierten Studien beobachtet wird. Dadurch ist es möglich, potenzielle gesundheitliche Auswirkungen bei hohen PFAS-Konzentrationen zu bewerten, was für stark exponierte Bevölkerungsgruppen weltweit relevant ist“, erklärten die Forschenden. (ej/BIERMANN)
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