Großer Fußabdruck26. Oktober 2018 Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa. Foto: Lopata/Axentis Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) hat den aktualisierten „medizinisch-ökonomischen Fußabdruck“ der Fachärzte veröffentlicht. Fachärzte erbringen demnach in Klinik und Praxis pro Jahr rund 462 Millionen Stunden Arbeitszeit, allein 202 Millionen Stunden entfallen auf die niedergelassenen Fachärzte. „Das zeigt, wie hoch deren Beitrag für eine hochwertige medizinische Versorgung der Bevölkerung ist“, sagt Dr. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa. Der niedergelassene Facharzt versorgt, wie die Hausärzte, jedoch nicht nur Menschen bei gesundheitlichen Problemen. Er ist zugleich Unternehmer und Arbeitgeber, investiert eigenes Vermögen in den Aufbau von Versorgungsstrukturen und schafft Arbeitsplätze. In der ambulanten ärztlichen Versorgung sind dies dauerhaft rund 700.000. „Die Honorarzuwächse in den letzten Jahren sind deshalb auch immer in die Sicherung und in die Attraktivität der Arbeitsplätze geflossen“, so Heinrich. Die Investitionen liegen bei rund 1,2 Milliarden Euro pro Jahr – und fließen vor allem in die Neueinrichtung und Umgestaltung von Arztpraxen, aber insbesondere auch in neue medizinische Geräte. Zu Beginn seiner Tätigkeit nimmt jeder Facharzt je nach Fachgruppe eine Anfangsinvestition in Höhe von 150.000 bis zu 1,5 Millionen Euro vor. Die Gesundheitsversorgung leistet neben ihrem medizinischen Beitrag auch einen erheblichen Anteil zur soliden wirtschaftlichen Lage in Deutschland: Inzwischen zählt die Gesundheitswirtschaft zu den wichtigsten Branchen der Volkswirtschaft. Um ihren Beitrag zur Wirtschaftsleistung Deutschlands zu bemessen, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) vor einigen Jahren die Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR) entwickeln lassen. Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär im BMWi, unterstreicht: Die GGR des BMWI macht deutlich, dass die Gesundheitswirtschaft Wachstumstreiber und Jobmotor ist. Sie erwirtschaftete im Jahr 2017 fast 350 Milliarden Euro. Daran hatten Krankenhäuser und Arztpraxen mit ihren Fachärzten einen Anteil von mehr als einem Drittel. Das sind rund zwölf Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP). Jeder achte Euro Bruttowertschöpfung wird in der Gesundheitswirtschaft geschaffen. Die Gesundheitswirtschaft ist in den letzten zehn Jahren stärker gewachsen als die Volkswirtschaft insgesamt. In der Gesundheitswirtschaft arbeiten 7,3 Millionen Menschen, also jeder sechste Erwerbstätige. Auch das Erwerbstätigenwachstum in der Gesundheitswirtschaft ist höher als in der deutschen Wirtschaft insgesamt. Der SpiFa veröffentlicht den medizinisch-ökonomischen Fußabdruck der Fachärzte in regelmäßigen Abständen, zuletzt im Jahr 2016. Ziel ist es erneut, den hohen Stellenwert der fachärztlichen Versorgung für die Bereiche Medizin, Wirtschaft und soziale Sicherung der Gesellschaft in Deutschland und den sich darin ausdrückenden Beitrag der Fachärzte in die politische Debatte einzubringen. (SpiFa/ms)
Mehr erfahren zu: "Sparpaket soll noch größer werden" Sparpaket soll noch größer werden Immer weiter steigende Kosten für die medizinische Versorgung sollen gebremst werden. Die Koalition plant dafür ein umstrittenes Sparpaket. Jetzt soll noch mehr hinein – nur von wem?
Mehr erfahren zu: "Warum es im Vereinigten Königreich kein populationsbasiertes Prostatakrebs-Screening geben wird" Warum es im Vereinigten Königreich kein populationsbasiertes Prostatakrebs-Screening geben wird Das britische National Screening Committee (UK NSC) hat sich gegen ein populationsbasiertes Prostatakrebs-Screening ausgesprochen und die Regierung hat die Empfehlung akzeptiert. Nur bei einer eng begrenzten Risikogruppe sieht das Komitee […]
Mehr erfahren zu: "Organspenden: Warum Ärzte sie trotz Wunsch ablehnen" Organspenden: Warum Ärzte sie trotz Wunsch ablehnen Tausende Menschen in Deutschland warten auf ein Spenderorgan. Mediziner der Berliner Charité schildern, wie Spenden oft an einer Gesetzesgrundlage scheitern.