Gute Daten für Gemcitabin-freisetzendes System bei BCG-resistentem, nicht muskelinvasiven Blasenkarzinom mit hohem Risiko

TAR-200 gibt in der Blase Gemcitabin ab. Foto: Johnson & Johnson

Das intravesikale Wirkstoff-Freisetzungssystem TAR-200 hat in einer Phase-IIb-Studie gute Ergebnisse bei der Behandlung von Patienten gezeigt, die unter einem nicht muskelinvasiven Blasenkarzinom (NMIBC) mit hohem Risiko leiden und resistent gegen eine Therapie mit Bacillus Calmette-Guérin (BCG) sind.

TAR-200 ist ein implantierbares Gerät, das über einen Katheter eingeführt wird, sich in der Blase in Form einer Brezel faltet und dort über etwa 3 Wochen den Wirkstoff Gemcitabin in die Harnblase abgibt. Hersteller und Studien-Sponsor ist Johnson & Johnson.

In der SunRISe-1-Studie mit parallelen Kohorten erhielten Patienten mit BCG-resistentem Carcinoma in situ (CIS) mit/ohne papillären Tumor eine TAR-200-Monotherapie (Kohorte 2), TAR-200 plus Cetrelimab (Kohorte 1) oder eine Cetrelimab-Monotherapie (Kohorte 3). Patienten mit BCG-resistentem, papillärem Hochrisiko-NMIBC bekamen ausschließlich die TAR-200-Monotherapie (Kohorte 4). Die TAR-200-Verabreichung erfolgte bis Monat 24, Cetrelimab wurde bis Monat 18 gegeben. Primäre Endpunkte waren die zentral bestätigte vollständige Ansprechrate (CRR) bzw. die Rate des krankheitsfreien Überlebens (DFS) bei Kohorte 4.

Zum Stichtag am 31.03.2025 befanden sich 85 Patienten in Kohorte 2. Die anderen Kohorten umfassten 53, 28 bzw. 52 Patienten (Kohorte 1, 3 und 4). In der Kohorte 2 der CIS-Patienten mit TAR-200-Monotherapie betrug die CRR 82,4% (95%-Konfidenzintervall [KI] 72,6–89,8), und die mediane Ansprechdauer erreichte 25,8 Monate (95%-KI 8,3 bis nicht bestimmbar). Die DFS-Raten der Kohorte 4 beliefen sich nach 6, 9 und 12 Monaten auf 85,3% (95%-KI 71,6–92,7), 81,1% (95%-KI 66,7–89,7) bzw. 70,2% (95%-KI 51,6–82,8). In den Kohorten 1 und 3 lagen die CRR bei 67,9% (95%-KI 53,7–80,1) bzw. 46,4% (95%-KI 27,5–66,1).

Die Raten behandlungsbedingter unerwünschter Ereignisse (UE) mindestens dritten Grades betrugen 12,9%, 13,5%, 37,7% bzw. 7,1% in den Kohorten 2, 4, 1 und 3. Schwerwiegende behandlungsbedingte UE traten entsprechend bei 5,9%, 5,8%, 15,1% bzw. 3,6% auf. Es gab keine behandlungsbedingten Todesfälle.

Die Autoren schließen aus ihren Ergebnissen, dass die TAR-200-Monotherapie gut vertragen wurde und eine hohe CRR, anhaltende Remissionen und ein verlängertes DFS bei Patienten mit BCG-resistentem NMIBC erreichte. Bei BCG-resistentem CIS wies die TAR-200-Monotherapie im Vergleich zu TAR-200 plus Cetrelimab oder Cetrelimab allein ein günstigeres Nutzen-Risiko-Verhältnis auf.

(ms/BIERMANN)