Häufige blinde Passagiere bei Pferden: Pfriemenschwänze14. September 2026 (Symbolbild) Foto: © Anna Averianova – stock.adobe.com Der Pfriemenschwanz (Oxyuris equi) gehört zu den beim Pferd häufig vorkommenden Parasiten. Oft verläuft eine Infektion symptomlos. Es gibt jedoch Fälle, in denen Pfriemenschwänze das Wohlbefinden betroffener Pferde stark beeinträchtigen. Das European Scientific Counsel Companion Animal Parasites (ESCCAP) informiert über die Parasiten und auch darüber, was gegen einen Befall beim Pferd hilft. Oxyuris equi ist ein im Darm lebender Wurm, mit dem sich Pferde jeden Alters anstecken können. Er kommt in Europa häufig vor und verursacht in erster Linie Juckreiz im Analbereich. Gegen einen Befall mit Pfriemenschwänzen wirken spezielle Medikamente, die Pferde in Form einer Wurmkur erhalten. Um eine Ausbreitung oder erneute Ansteckung bereits genesener Pferde zu verhindern, sind darüber hinaus spezielle Hygienemaßnahmen notwendig. Oxyuris equi ist – wie sein Name schon sagt – ein Pferde-Parasit. Eine Übertragung des Pfriemenschwanzes vom Pferd auf den Menschen erfolgt nicht. Welche Bedeutung haben Oxyuren für Pferde? Eine Infektion mit dem Pferde-Pfriemenschwanz ist für Pferde gesundheitlich meist nicht gefährlich, wie die Experten erklären. Außerdem entwickele nicht jedes infizierte Pferd automatisch Beschwerden. Symptome einer Infektion mit diesem Parasiten lassen sich für gewöhnlich nur bei einigen Pferden beobachten. Treten Symptome durch die Oxyuren auf, handelt es sich für gewöhnlich um Juckreiz im Analbereich des Pferdes. Der Juckreiz kommt dadurch zustande, dass die weiblichen Pfriemenschwanz-Würmer ihre Eier im Analbereich des Pferdes ablegen. Diese sind von einer gelatine-artigen Masse umgeben. Trocknet diese auf der Haut der Pferde, verursacht das Juckreiz, der mitunter stark ausgeprägt sein kann. In der Folge kommt es häufig zu vermehrtem Scheuern der Schweifrübe an Gegenständen. Das führt wiederum zu Haarverlust und Hautverletzungen im Bereich der Schweifrübe, wodurch der Schweif möglicherweise ausgedünnt und verfilzt wirkt. TierärztInnen bezeichnen dieses Erscheinungsbild als „Rattenschwanz“. Bei einzelnen Pferden und vor allem bei einem starken Befall mit dem Pfriemenschwanz treten beim Pferd weitere Symptome auf, darunter: Müdigkeit Leistungsminderung Konditionsverlust In Einzelfällen verursacht Oxyuris equi außerdem schwere Entzündungen der Darmschleimhaut, was zu Darmbeschwerden führen kann. Erkrankte Pferde stellen eine Ansteckungsquelle für andere Pferde im Bestand dar, wie ESCCAP erläutert. Aus diesem Grund ist eine Behandlung notwendig, auch wenn das betroffene Pferd selbst keine Beschwerden hat. Wie entwickelt sich der Pfriemenschwanz bei Pferden? Zur Ansteckung mit diesem Parasiten kommt es vorrangig im Stall (z. B. über Wurmeier in der Einstreu). Aber auch auf der Weide können sich Pferde mit Pfriemenschwänzen infizieren. Die im Darm betroffener Pferde lebenden weiblichen Würmer wandern zur Eiablage aus dem After der Pferde heraus. Im Analbereich legen sie Zehn- bis Hunderttausende Eier auf der Haut ab. Diese Eier befinden sich in klebrigen, weißlich-gelben Eischnüren. Von dort aus gelangen die Eier in die Umwelt. Im Inneren des Eis entwickelt sich über zwei Larvenstadien eine ansteckungsfähige Larve (L3). Nimmt ein Pferd ein Ei mit ansteckungsfähiger Larve über das Maul auf, schlüpft diese im Dünndarm des Pferdes. Von dort aus wandert die Larve mit der Zeit in den Dickdarm des Pferdes, wo sie sich zum geschlechtsreifen Wurm entwickelt. Wie werden Pfriemenschwänze beim Pferd diagnostiziert? Tierärzte stellen einen Pfriemenschwanz-Befall beim Pferd fest, indem sie die Wurmeier im Analbereich des Pferdes nachweisen. Dazu pressen sie einen transparenten Klebestreifen auf die Haut rund um den Analbereich und betrachten diesen anschließend unter dem Mikroskop. Manchmal wird der Befall auch bei einer Kotuntersuchung festgestellt. Oxyuris equi-Eier haben typischerweise eine ovale Form, sind 85–95 x 40–45 Mikrometer groß und enthalten einen Embryo beziehungsweise eine U-förmige Larve. Sie sind außerdem an einer Seite abgeflacht und besitzen an einem Ende einen transparenten Polpfropf. Was hilft gegen Pfriemenschwänze beim Pferd? Ist ein Pferd mit Pfriemenschwänzen infiziert, bedarf es einer gezielten medikamentösen Behandlung, um die Parasiten wieder loszuwerden. Die Tierärztin oder der Tierarzt verordnet hierzu eine Wurmkur mit einem gegen den Parasiten geprüften Wirkstoff. Bei einem Parasitenbefall mit dem equinen Pfriemenschwanz sollte zudem der Bereich rund um den After des Pferdes täglich mit einem Gemisch aus warmem Wasser und einem milden Desinfektionsmittel gereinigt werden. „Ziel dieser Behandlung ist es, anhaftende Wurmeier zu entfernen. Dies lindert einerseits den Juckreiz und trägt aufgrund der mechanischen Entfernung dazu bei, dass sich die Parasiten nicht unter den Pferden eines Bestands ausbreiten“, erklärt Frau Prof. Christina Strube, Vorsitzende von ESCCAP Deutschland e. V. Die Eier des Pfriemenschwanzes sind in der Umgebung sehr widerstandsfähig und bleiben für Pferde über Monate hinweg ansteckend. Das führt möglicherweise dazu, dass die Pferde über Jahre hinweg wiederholt an dem Darmparasiten erkranken. daher sind Hygienemaßnahmen unerlässlich, um Pfriemenschwanz-Infektionen bei Pferden dauerhaft zu bekämpfen. Zu diesen Hygienemaßnahmen zählen neben der täglichen Reinigung des Analbereichs betroffener Pferde beispielsweise: keine Fütterung vom Boden, sondern aus Raufen oder Ähnlichem tägliche Beseitigung von Einstreu und der darin enthaltenen Oxyuris-Eier regelmäßige Reinigung und Desinfektion im Pferdestall Pferdeställe stets trocken halten Neuzugänge zunächst unter Quarantäne stellen, bis eine Kotprobenuntersuchung fünf Tage nach der Entwurmung belegt, dass das Pferd keine Wurmeier (mehr) ausscheidet Weitere Informationen zu Vorkommen, Biologie, Klinik, Diagnose und Therapie der wichtigsten gastrointestinalen Parasiten beim Pferd sind in der ESCCAP-Guideline „Empfehlungen zur Behandlung und Kontrolle gastrointestinaler Parasiten bei Pferden und anderen Equiden“ zu finden: Hier „ESCCAP-Empfehlungen zur Behandlung und Kontrolle gastrointestinaler Parasiten bei Pferden und anderen Equiden“ herunterladen Stand: August 2026
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