Häufiges Gähnen im Mutterleib könnte auf fetalen Stress hinweisen27. Februar 2026 Symbolbild: © Fazora/stock.adobe.com Selbst im Mutterleib, wo der gesamte Sauerstoff über die Plazenta bereitgestellt wird, können Föten gähnen und tun das auch. Eine höhere Anzahl von Gähnvorgängen während der Beobachtung war mit einem geringeren Geburtsgewicht verbunden – ein möglicher Hinweis auf leichten fetalen Stress im Mutterleib. Darauf deutet eine Studie hin, die kürzlich in der Open-Access-Fachzeitschrift „PLOS One“ veröffentlicht wurde. Gähnen ist ein Verhalten, das bei allen Wirbeltieren vorkommt – seine genaue Funktion ist jedoch bis heute nicht vollständig geklärt. Beim Menschen tritt Gähnen bereits ab etwa der 11. Schwangerschaftswoche auf. Obwohl keine Luft geatmet wird, öffnen die Föten langsam den Mund, führen bewegungsähnliche Atembewegungen aus und schließen den Mund anschließend wieder. Um das fetale Gähnen genauer zu untersuchen, beobachteten Forschende aus Italien mittels Ultraschall 32 gesunde Föten (56 Prozent weiblich, 44 Prozent männlich) zwischen der 23. und 31. Schwangerschaftswoche. Jeder Fötus wurde über einen Zeitraum von 22,5 Minuten beobachtet. Dabei gähnten die Föten zwischen null und sechs Mal während der Beobachtungszeit, mit einem Durchschnitt von 3,63 Gähnvorgängen pro Stunde. Zudem zeigte sich, dass Föten, die häufiger gähnten, mit höherer Wahrscheinlichkeit ein niedrigeres Geburtsgewicht aufwiesen. Ein geringes Geburtsgewicht gilt als möglicher Hinweis auf eine leichte fetale Belastung – allerdings wurden alle Kinder der Studie gesund geboren. Die Forschenden nahmen keine gezielten Eingriffe vor, um das Gähnen zu beeinflussen, und erfassten auch keine weiteren Parameter wie die fetale Herzfrequenz oder die mütterliche Körpertemperatur. Zudem wurden keine Risikoschwangerschaften einbezogen. Auf Grundlage ihrer Ergebnisse vermuten die Autoren, dass häufiges Gähnen im Mutterleib ein möglicher Hinweis auf leichten Stress selbst bei gesunden Föten sein könnte. Die Autoren schreiben: „Wir konnten zeigen, dass die Häufigkeit des Gähnens im Mutterleib negativ mit dem Geburtsgewicht zusammenhängt, was auf eine stressbedingte Reaktion bei gesunden Föten hindeuten könnte. Dies legt nahe, dass Gähnen bereits vor der Geburt ein Indikator für das fetale Wohlbefinden sein könnte.“ (lj/BIERMANN)
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