Hagen: Seit 40 Jahren vor Ort für nierenkranke Patienten

Illustration: KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V.
Illustration: KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V.

Grund zum Feiern gab es am Wochenende für das Team und die Patienten des KfH-Nierenzentrums Hagen. Zum 40-jährigen Bestehen hatte die Zentrumsleitung am Sonntag, 16. September 2018 zu einer gemeinsamen Feier in das Restaurant Kaisergarten eingeladen. Am nächsten Tag schloss sich noch eine besondere Würdigung für Angelika Weber, eine „Patientin der ersten Stunde“, an.

Viele Patienten und Mitarbeiter des KfH-Nierenzentrums waren der Einladung zum Jubiläumsfest gefolgt: „Wir sind glücklich, dass wir das Zentrumsjubiläum gemeinsam mit unseren Patienten feiern konnten“, betonte Dr. med. Linus Flitsch-Kiefner, einer der beiden leitenden Ärzte des KfH-Zentrums. Er und sein Kollege Alexander Weinreis bedankten sich bei den Patienten für das entgegengebrachte Vertrauen. Auch lobten sie das außergewöhnliche Engagement und die Professionalität des KfH-Behandlungsteams. Es folgte ein geselliger Nachmittag mit Speis, Trank und ausreichend Gelegenheit für Gespräche jenseits des Dialysealltags.

Seit 40 Jahren in guten Händen

Am darauffolgenden Montag überreichten die beiden Ärzten einen großen Blumenstrauß an Angelika Weber, die als „Patientin der ersten Stunde“ seit fast vierzig Jahren vom Team des KfH-Nierenzentrums Hagen behandelt wird. Bei der heute 62-Jährigen versagten die Nieren 1979 nach mehrjähriger chronischer Nierenerkrankung. „Wenn eine Patientin schon so lange zu uns kommt, entwickelt sich daraus eine besondere Beziehung“, berichtete die leitende Pflegekraft Kathleen Langmann und ergänzte: „Wir sind hier wie eine große Familie. Man kennt untereinander die Freuden, die Sorgen und Nöte.“

40 Jahre an der Dialyse seien etwas Besonderes, erklärte der behandelnde Arzt Dr. Flitsch-Kiefner: „Als Frau Weber das erste Mal zur so genannten Blutwäsche musste, war es noch sehr schwierig, einen wohnortnahen Dialyseplatz zu finden. Heute gibt es in ganz Deutschland Nierenzentren, in denen die regelmäßige Behandlung durchgeführt werden kann.“ Außerdem würden inzwischen differenziertere und individuell auf die Patienten angepasste Behandlungsmethoden eine wirksamere Therapie ermöglichen. Seine Patientin ginge bewundernswert mit ihrer Erkrankung und der dreimal wöchentlichen Dialyse um. Noch 17 Jahre nach Beginn ihrer schweren Erkrankung habe sie weiter als Ergotherapeutin gearbeitet und sei auch heute nach wie vor in der Lage, mit ihrem Ehemann an den dialysefreien Tagen etwas zu unternehmen.

Seit 40 Jahren vor Ort

Seit Dezember 1978 werden in dem KfH-Nierenzentrum chronisch nierenkranke Patienten behandelt, zunächst in der Buscheystraße. 14 Plätze standen hier damals für die Behandlung mit der lebensnotwendigen Dialyse zur Verfügung. Da in der sehr beengten Einrichtung dringend benötigte zusätzliche Behandlungsplätze nicht geschaffen werden konnten, erfolgte im März 1990 der Umzug in die Grünstraße 35a, in ein neues Gebäude auf dem Geländes des kooperierenden Allgemeinen Krankenhauses Hagen. Neben der Dialysebehandlung im Zentrum – für die mittlerweile 46 Behandlungsplätze zur Verfügung stehen – betreut das KfH-Team auch Patienten, die ihre Dialysebehandlung als Heimdialyse selbständig zuhause durchführen. Zum Aufgabenspektrum gehören außerdem die Diagnostik und Therapie chronischer Nierenerkrankungen, das frühzeitige Erkennen von Risikofaktoren sowie die Versorgung der Patienten vor und nach einer Nierentransplantation im Rahmen der nephrologischen Sprechstunde.

Die ärztliche Leitung des KfH-Nierenzentrums liegt in Händen von Dr. med. Linus Flitsch-Kiefner, auch Oberarzt der Klinik für Nephrologie des kooperierenden Agaplesion Allgemeinen Krankenhauses, und Alexander Weinreis, der im gleichen Gebäude als niedergelassener Nephrologe praktiziert.