DKK 2026 Nivolumab bei rezidiviertem und/oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom des Kopfes und Halses18. Februar 2026 Real-World-Daten bestätigen die Wirksamkeit des Immuncheckpoint-Inhibitors Nivolumab (anti-PD-1) bei Plattenepithelkarzinomen des Kopf-Hals-Bereichs. (Symbolbild: ©Pixelated physiolog /stock.adobe.com) Die Ergebnisse der nicht interventionellen Studie (NIS) HANNA bestätigen die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Nivolumab bei rezidiviertem und/oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom des Kopf-Hals-Bereichs im klinischen Alltag. Diese Real-World-Daten ergänzen damit die Effektivitätsdaten aus kontrollierten Studien – und unterstützen den Einsatz von Nivolumab als wichtige Therapieoption. von Prof. Dr. Andreas Dietz Die nicht interventionelle, multizentrische deutsche Studie HANNA untersucht den Einsatz von Nivolumab bei Patientinnen und Patienten mit rezidivierten und/oder metastasierten Plattenepithelkarzinomen des Kopf‑Hals‑Bereichs (R/M SCCHN) im klinischen Versorgungsalltag. Sie erweitert damit die Evidenzlage aus kontrollierten Studien, indem sie eine heterogene, nicht selektierte Patientenpopulation erfasst (real world). Hintergrund Während die randomisierte Phase‑III‑Studie CheckMate 141 einen Überlebensvorteil durch Nivolumab im Vergleich zu Standardchemotherapie zeigen konnte1, fehlten Daten aus einer breiten, weniger selektierten Patientenpopulation. Besonders Patient:innen, die Nivolumab als Erstlinientherapie nach platinbasierter Vorbehandlung erhalten, waren in der Studie CheckMate 141 unterrepräsentiert. Dazu zählen sowohl diejenigen Patient:innen, bei denen ein Rückfall oder eine Metastasierung bereits innerhalb von sechs Monaten nach platinbasierter Radiochemotherapie auftritt (platin-refraktär), als auch die Patient:innen, bei denen ein Rezidiv erst nach mindestens 6 Monaten auftritt (platin-sensitiv). Insbesondere die platin‑sensitiven Patienten wurden in CheckMate 141 nicht untersucht. Outcomes und Studiendesign Die primäre Zielgröße der NIS HANNA war das Gesamtüberleben. Zu den sekundären Endpunkten gehörten das progressionsfreie Überleben, Zeit bis zur nächsten Therapie (TTNT), Behandlungsdauer (DOT), Sicherheitsparameter sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität, erhoben mittels EQ‑5D und FACT‑H&N. Das Follow‑up erfolgte im Rahmen der regulären klinischen Versorgung an festgelegten Zeitpunkten für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren nach Beginn der Behandlung – bis zum Auftreten eines Ereignisses wie Tod, „lost to follow-up“, Widerruf der Einwilligung oder Erreichen des Studienendes. Zwischen Mai 2017 und Juli 2021 wurden insgesamt 476 Patient:innen rekrutiert, davon 223 in der Erstlinie. Die Basischarakteristika dieser Subgruppe entsprachen weitgehend denen der Gesamtpopulation. Das mediane Alter der Gesamtpopulation betrug 64 Jahre (Spanne 30–86), 82 Prozent der Patient:innen waren männlich und bei 45 Prozent der Patient:innen war der ECOG-Performance-Status 1. Die häufigste Primärtumorlokalisation war der Oropharynx mit einem Anteil von 38 Prozent, gefolgt von Mundhöhle, Hypopharynx und Larynx. Ergebnisse Das mediane Gesamtüberleben (OS) in der Gesamtpopulation betrug 12,4 Monate. In der Erstlinie lag es bei 14,1 Monaten und in der Zweitlinie bei 10,6 Monaten. Bei platin‑sensitiven Verläufen wurde ein medianes OS von 14,8 Monaten erreicht, während platin‑refraktäre Verläufe ein OS von 10,6 Monaten zeigten. Diese Zahlen bestätigen den Nutzen von Nivolumab unabhängig vom zeitlichen Abstand zur Vorbehandlung. Für oropharyngeale Tumoren wurde ein medianes OS von 12,4 Monaten beobachtet, für hypopharyngeale Tumoren 11,0 Monate, während nasopharyngeale Tumore ein medianes OS von 14,8 Monaten erreichten. Die OS‑Werte der verschiedenen Lokalisationen bewegen sich eng um den Gesamtmedian und belegen, dass die Wirksamkeit von Nivolumab über die verschiedenen Lokalisationen hinweg vergleichbar bleibt. Das Sicherheitsprofil blieb konsistent und vergleichbar mit den Daten aus kontrollierten Studien. In der Erhebung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität mittels EQ‑5D‑ und FACT‑H&N‑Instrumenten zeigte sich über den Behandlungsverlauf eine stabile bis leicht verbesserte Symptomlast und Funktionsfähigkeit. Schlussfolgerung Die finale Analyse der NIS HANNA zeigt die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Nivolumab im klinischen Alltag, insbesondere in dieser unselektierten Patientenpopulation. Die Ergebnisse ergänzen die Effektivitätsdaten aus kontrollierten Studien und unterstützen den Einsatz von Nivolumab als wichtige Therapieoption im klinischen Alltag. Highlight-Sitzung „Präzision in der Kopf-Hals-Onkologie“ Donnerstag, 19.02. 15:00 bis 16:30 Uhr, Raum London 2 Ko-Autor:innen: Dr. med. Dennis Hahn; Dr. med. Christine Langer; Prof. Dr. med. Boris Kubuschok; Prof. Dr. med. Ulrike Bockmühl; Harald Müller-Huesmann; PD Dr. med. Gunter Klautke; Dr. med. Bernd Reuter; Prof. Dr. med. Dirk Beutner; Prof. Dr. med. Jens Büntzel; Prof. Dr. med. Chia-Jung Busch; Dr. (Univ. Semmelweis) Bálint Tamaskovics; Dr. med. Jorge Riera-Knorrenschild; Dr. med. Manfred Welslau; Dr. med. Thomas Gauler; Dr. rer. nat. Daniela Waldenberger; Dr. med. Eyck von der Heyde Prof. Dr. Andreas Dietz ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde an der Universität Leipzig. Referenzen:1. Ferris RL et al. Nivolumab for Recurrent Squamous-Cell Carcinoma of the Head and Neck. N Engl J Med 2016;375:1856-1867.
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