Hat Vitamin D eine präventive Wirkung auf eine Infektion mit SARS-CoV-2?15. April 2020 Gerade jetzt, in der Zeit von März bis Oktober, reicht in Deutschland die Stärke der Sonnenbestrahlung aus, um eine ausreichende Versorgung durch die körpereigene Bildung von Vitamin D über die Haut zu gewährleisten. Kurze Aufenthalte wie Spaziergänge an der frischen Luft mit 15 – 25 Minuten Sonneinstrahlung pro Tag reichen dafür aus. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) weist darauf hin, dass die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten nur dann empfohlen wird, wenn eine unzureichende Versorgung nachgewiesen wurde und eine gezielte Verbesserung der Versorgung durch die körpereigene Vitamin-D-Bildung durch Sonnenbestrahlung und Ernährung nicht erreicht wird. Für frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel existieren derzeit weder auf nationaler noch auf internationaler Ebene verbindliche Höchstmengen für den Vitamin D-Gehalt. Allerdings sind nach Ansicht einer Expertenkommission (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) / Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)) Produkte nur bis zu einer Tagesdosis von 20 µg Vitamin D (= 800 i. E.) als Nahrungsergänzungsmittel einzustufen. Höher dosierte Präparate sind als Arzneimittel anzusehen. Eine andauernde Überdosierung mit Vitamin-D-Präparaten, die eine Dosis von über 100 µg (ca. 4.000 i. E.) pro Tag enthalten, kann unerwünschte Nebenwirkungen wie Nierensteine oder Nierenverkalkungen hervorrufen. Daher spricht die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine tolerierbare Gesamtzufuhr für Vitamin D in Höhe von 100 µg/Tag für Erwachsene und 50 µg/Tag für Kinder von 1-11 Jahren aus. Diese tolerierbaren Gesamtzufuhrmengen pro Tag beziehen sich auf die Vitamin-D-Zufuhr aus allen Lebensmitteln, einschließlich Vitamin-D-Präparate und angereicherte Lebensmittel. Aufgrund der Neuartigkeit des Corona-Virus gibt es noch keine wissenschaftlichen Studien, die den Zusammenhang der Behandlung oder der Prävention von Vitamin D auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 bzw. eine Erkrankung an COVID-19 untersucht haben. Daher kann diese Frage aus wissenschaftlicher Sicht derzeit nicht beantwortet werden. Die DGE führte im Rahmen des 14. DGE-Ernährungsberichts eine systematische Literaturrecherche durch. Sie ging der Frage nach, ob es einen Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Versorgung für bestimmte Krankheiten bzw. deren Verlauf, unter anderem akute Atemwegsinfektionen, gibt. Epidemiologische Studien geben erste Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Status und dem Auftreten von akuten Atemwegsinfekten. Insbesondere bei Personen, die einen Vitamin-D-Mangel (Serumkonzentration von 25(OH)D: < 25 nmol/L) aufweisen, könnte die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten in niedriger Dosierung (7,5-100 µg/Tag oder 35-500 µg/Woche) die Häufigkeit von akuten Atemwegsinfekten verringern. Für hohe Einmalgaben an Vitamin D (> 750 µg/Tag) konnte kein Zusammenhang beobachtet werden. In der Behandlung akuter Atemwegsinfekte gab es keinen Einfluss durch die Einnahme von Vitamin–D-Präparaten. Anhand der bisherigen Studienergebnisse kann keine generelle Empfehlung für die Einnahme von Vitamin D-Präparaten zur Vorbeugung akuter Atemwegsinfekten ausgesprochen werden. Akute Atemwegsinfekte können verschiedene Ursachen haben, beispielsweise virale oder bakterielle Infektionen. Darüber hinaus ist die Wirksamkeit einer Vitamin-D-Supplementation abhängig vom Vitamin-D-Status. Vielmehr gilt: Eine gute Vitamin-D-Versorgung soll am besten durch die Eigensynthese der Haut und über die Ernährung erreicht werden. Nur wenn das nicht ausreichend ist, sollten Supplemente genommen werden. Dabei wird von der DGE eine Zufuhrmenge von 20 µg Vitamin D pro Tag bei fehlender körpereigenen Bildung als adäquat angegeben. Die vollständige Analyse wird als Bestandteil des 14. DGE-Ernährungsberichts Ende 2020 erscheinen. Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.
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