Hautkrebs in Florida: Ältere Männer besonders gefährdet26. Juni 2026 Symbolbild: © Alex Shared/peopleimages.com – stock.adobe.com Trotz stabiler Trends bleibt die Hautkrebssterblichkeit bei älteren Männern in Florida etwa doppelt so hoch wie bei Frauen. Eine aktuelle Studie belegt zudem signifikante Disparitäten nach Hautfarbe und ethnischer Zugehörigkeit. Floridas ganzjährige Sonneneinstrahlung und intensive ultraviolette (UV) Exposition tragen zu einer der höchsten Hautkrebsbelastungen der USA bei. Eine neue Studie im „Journal of Geriatric Oncology“ zeigt, dass das Melanom weiterhin überproportional die ältere Bevölkerung Floridas betrifft. Darüber hinaus existieren Unterschiede sowohl in der Diagnose als auch in der Mortalität nach Geschlecht, Hautfarbe und ethnischer Zugehörigkeit. Forschende des Charles E. Schmidt College of Medicine der Florida Atlantic University führten eine populationsbasierte Analyse der Hautkrebsinzidenz und -mortalität bei Erwachsenen im Alter von 65 Jahren und älter in Florida mit Informationen aus der Datenbank WONDER durch. Die Studie untersuchte Diagnosen von 2018 bis 2021 und Todesfälle von 2018 bis 2023, wobei Trends nach Alter, Geschlecht, Hautfarbe und ethnischer Zugehörigkeit analysiert wurden. Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome wurden ausgeschlossen, um den Fokus auf Melanom und andere seltenere, jedoch klinisch aggressivere Hautkrebsformen zu legen. Deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede Die Ergebnisse lassen ein konsistentes und ausgeprägtes Muster erkennen: Ältere Männer in Florida wiesen über alle analysierten Jahre hinweg etwa doppelt so viele hautkrebsbedingte Todesfälle auf wie Frauen. Inzidenzraten und Mortalitätsmuster blieben im Zeitverlauf relativ stabil, aber die geschlechtsspezifische Differenz persistierte während des gesamten Studienzeitraums. Die Forschenden führen diese Disparität auf eine komplexe Kombination von Faktoren zurück, einschließlich niedrigerer Raten an Sonnenschutzverhalten und Hautselbstuntersuchungen bei Männern, höherer kumulativer lebenslanger UV-Exposition im Hochrisikoumfeld Floridas sowie zunehmender Evidenz, dass geschlechtsspezifische Unterschiede in der Immunfunktion den Krebsverlauf und die Überlebensraten beeinflussen können. Unterschiede nach Hautfarbe und Ethnie Auch Unterschiede nach Hautfarbe und ethnischer Zugehörigkeit waren ausgeprägt. Nicht hispanische Bevölkerungsgruppen wiesen signifikant höhere Raten an Hautkrebsdiagnosen und -todesfällen auf als hispanische Bevölkerungsgruppen, wobei das Melanom und andere Hautkrebsformen am häufigsten bei weißen Einwohnern auftraten. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass diese Muster eine Kombination aus tatsächlichen Risikounterschieden sowie strukturellen und sozialen Faktoren widerspiegeln können, einschließlich Unterschieden im Zugang zur dermatologischen Versorgung, in der Gesundheitskompetenz sowie in der Art und Weise, wie und wo Hautkrebs entdeckt und diagnostiziert wird. Einfluss der COVID-19-Pandemie Die Studie legt ferner nahe, dass beobachtete Rückgänge der Inzidenz in bestimmten Jahren eher Störungen in Screening, Diagnostik und Meldung während der COVID-19-Pandemie widerspiegeln als eine tatsächliche Reduktion der Krankheitslast. In mehreren Kategorien waren die Inzidenzraten im Jahr 2020 am niedrigsten, gefolgt von einem Wiederanstieg im Jahr 2021, konsistent mit pandemiebedingten Unterbrechungen im Zugang zur Gesundheitsversorgung und in der Krebsdetektion. „In der Gesamtschau legen unsere Ergebnisse nahe, dass Hautkrebs in Florida nicht nur durch ultraviolette Exposition bestimmt wird, sondern auch durch Verhaltensmuster, biologische Faktoren und persistierende Defizite in Prävention und Früherkennung – insbesondere bei älteren Männern“, erklärt Dr. Lea Sacca von der Florida Atlantic University. Konsequenzen für die Prävention Die Studie zeigt, dass diese Disparitäten sowohl in der Inzidenz als auch in der Mortalität konsistent bestehen bleiben und eine ungleichmäßige Krankheitslast in der alternden Bevölkerung Floridas unterstreichen sowie den Bedarf an stärker zugeschnittenen, populationsspezifischen Präventionsstrategien verdeutlichen. Mit Beginn des Sommers, steigenden Temperaturen und Hochsaison für Strandaufenthalte betonen die Forschenden, dass die Kombination aus hoher UV-Exposition, einer alternden Bevölkerung und Defiziten in der Prävention ein besonders dringliches Public-Health-Problem darstellt. Sie fügen hinzu, dass eine stärkere Public-Health-Kommunikation, ein frühzeitigeres Screening und gezielte Maßnahmen entscheidend sein werden, um die weitgehend vermeidbare Krankheitslast in der rasch wachsenden älteren Bevölkerung Floridas zu reduzieren. (ins)
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