Hautkrebsdiagnose: Methode und Fachrichtung spielen eine erhebliche Rolle

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Ob Hautkrebs diagnostiziert wird oder nicht, hängt laut einer aktuellen Studie maßgeblich von der Fachrichtung und der Erfahrung der Ärzte sowie den Untersuchungs­methoden ab.

Das belegt eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit samt Metaanalyse, die darauf hindeutet, dass es signifikante Unterschiede in der diagnostischen Genauigkeit gibt.

Für seine Forschungsarbeit hatte das Team um Jennifer Y. Chen vom San Francisco Veterans Affairs Health Care System, USA, die Datenbanken PubMed, Embase und Web of Science nach entsprechenden Studien durchforstet. In die Analyse einbezogen wurden ins­gesamt 100 Querschnitts- bzw. Fallkontrollstudien, randomisierte ­klinische Studien und nichtrandomisierte kontrollierte Studien, in denen Dermatologen oder Hausärzte keratino- und/oder melanozytäre Hautläsionen untersuchten.

Wie die Auswertung zeigte, betrugen die Sensitivität und die Spezi­fität für die Diagnose keratinozytärer ­Karzinome bei erfahrenen Dermatologen, die klinische Untersuchungen und Bilder nutzten, 79,0 % bzw. 89,1 %. Griffen sie auf Dermato­skopie und dermatoskopische Bilder zurück, lagen Sensitivität und Spezifität bei 83,7 % bzw. 87,4 %, bei Hausärzten waren es 81,4 % bzw. 80,1 %. Berechnungen ergaben, dass erfahrene Dermatologen bei persönlicher Dermatoskopie und dermatoskopischen Bildern eine 2,5-mal höhere Wahrscheinlichkeit für eine genaue Diagnose keratinozytärer Karzinome hatten als bei persönlicher klinischer Untersuchung und Bildern.

Bei der Untersuchung auf Melanome mittels klinischer Unter­suchung und Bildern kommen die Autoren auf eine Sensitivität und Spezifität von 76,9 % bzw. 89,1 % für erfahrene Dermatologen, 78,3 % bzw. 66,2 % für unerfahrene Dermatologen und 37,5 % bzw. 84,6 % für Hausärzte. Bei Verwendung von Dermatoskopie und dermatoskopischen Bildern betrugen die Sensitivität und Spezifität hingegen 85,7 % bzw. 81,3 %, 78,0 % bzw. 69,5 % bzw. 49,5 % bzw. 91,3 %.

Außerdem ergab die Analyse, dass erfahrene Dermatologen ein Melanom mittels Dermatoskopie mit 5,7-fach höherer Wahrscheinlichkeit korrekt diagnostizierten als mit einer klinischen Unter­suchung. Im Vergleich zu Haus­ärzten diagnostizierten erfahrene Dermato­logen gar mit 13,3-fach höherer Wahrscheinlichkeit ein Melanom mittels dermatoskopischer Bilder korrekt. (sf)

Autoren: Chen JY et al.
Korrespondenz:
Prof. Maria L. Wei; [email protected]
Studie: Skin Cancer Diagnosis by Lesion, Physician, and Examination Type: A Systematic Review and Meta-Analysis
Quelle: JAMA Dermatol 2025;161(2):135–146.
Web: doi.org/10.1001/jamadermatol.2024.4382