Heilung der Barrierefunktion des Darms bei Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

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Die endoskopische und histologische Remission sind wichtige therapeutische Ziele bei der Behandlung von Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), die mit günstigen langfristigen Krankheitsresultaten assoziiert sind. Wissenschaftler des Klinikums Erlangen haben nun prospektiv den prädiktiven Wert der Heilung der Barrierefunktion der Darmschleimhaut vs. endoskopische und histologische Remission verglichen.

Sie prüften, ob die Barriere-Heilung eine Vorhersage des langfristigen Krankheitsverhaltens in einer großen Kohorte von CED-Patienten in klinischer Remission ermöglicht. Zu Beginn der Studie unterzogen sich CED-Patienten in klinischer Remission einer Ileokolonoskopie. Dabei wurde die Darmbarriere mittels konfokaler Endomikroskopie untersucht. Die Forschenden bewerteten zudem die endoskopische und histologische Krankheitsaktivität sowie die Barriereheilung prospektiv anhand etablierter Scores.

Während des Follow-ups überwachten sie engmaschig die klinische Krankheitsaktivität und das Auftretens von schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SAE), wie Krankheitsschüben, CED-bedingten Klinikaufenthalten oder Operationen. Auch die Einleitung oder Dosiseskalation von systemischen Steroiden, Immunsuppressiva, Small Molecules oder Biologika wurde beobachtet.

Die Analyse umfasste 181 Patienten, 100 mit Morbus Crohn und 81 mit Colitis ulcerosa. Während eines Follow-ups von 35 (M Crohn) bzw. 25 (C. ulcerosa) Monaten trat bei 73% der M.-Crohn-Patienten und 69% der C.-ulcerosa-Patienten ≥1 SAE auf. Die Wahrscheinlichkeit eines SAE-freien Überlebens war bei CED-Patienten mit endoskopischer Remission signifikant höher als bei endoskopisch aktiver Erkrankung.

Die histologische Remission sagte das SAE-freie Überleben bei Patienten mit C. ulcerosa, nicht aber bei M. Crohn voraus. Schließlich war die endomikroskopische Barriereheilung der endoskopischen und histologischen Remission bei der Vorhersage des SAE-freien Über­lebens sowohl bei C. ulcerosa als auch bei M. Crohn überlegen.

Fazit
Damit ist die Barriereheilung mit einem geringeren Risiko der Krankheitsprogression bei CED-Patienten in klinischer Remission assoziiert, wobei ihre prognostische Aussagekraft besser ist. (je)

Autoren: Rath T et al.
Korrespondenz: Markus Neurath; [email protected]
Studie: Intestinal Barrier Healing Is Superior to Endoscopic and Histologic Remission for Predicting Major Adverse Outcomes in IBD: The ERIca Trial
Quelle: Gastroenterology 2023;164(2):241–255.
Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2022.10.014