Helicobacter-pylori-Eradikation senkt Inzidenz für Magenadenokarzinome2. Februar 2024 © Tatiana Shepeleva – stock.adobe.com (Symbolbild) Qualitativ hochwertige Daten über die Auswirkung einer Helicobacter-pylori-Eradikation auf das Risiko eines nichtkardialen Magenadenokarzinoms (NCGA) sind in den USA nach wie vor begrenzt. Nun untersuchte ein Forscherteam die Inzidenz von NCGA nach einer H.-pylori-Eradikationstherapie in einer großen, regionalen US-Population. Sie führten dazu eine retrospektive Kohortenstudie mit Mitgliedern der Krankenversicherung Kaiser Permanente Northern California durch, die sich zwischen 1997 und 2015 einem Test und/oder einer H.-pylori-Behandlung unterzogen hatten und Ende 2018 nachverfolgt wurden. Die Bewertung des NCGA-Risikos erfolgte mithilfe des Fine-Gray-Subdistributions-Hazard-Modells sowie standardisierter Inzidenzquotienten. Bei 716.567 Personen mit vorherigen H.-pylori-Tests und/oder Behandlungen betrugen die bereinigten Subdistributions-HR von NCGA für H.-pylori-positive/unbehandelte bzw. H.-pylori-positive/behandelte Personen 6,07 (95%-KI 4,20–8,76) bzw. 2,68 (95%-KI 1,86–3,86) vs. H.-pylori-negativen Personen. Im direkten Vergleich mit H.-pylori-positiven/unbehandelten Personen betrugen die Subdistributions-HR für NCGA bei H.-pylori-positiven/behandelten Personen 0,95 (95%-KI 0,47–1,92) bei <8 Jahren und 0,37 (95%-KI 0,14–0,97) ≥8 Jahren Nachbeobachtung. Im direkten Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung von Kaiser Permanente Northern California sanken die standardisierten Inzidenzraten von NCGA nach der Behandlung der H.-pylori-Infektion stetig: 2,00 (95%-KI 1,79–2,24) ≥1 Jahr; 1,01 (95%-KI 0,85–1,19) ≥4 Jahre; 0,68 (95%-KI 0,54–0,85) ≥7 Jahre und 0,51 (95%-KI 0,38–0,68) ≥10 Jahre. Fazit In dieser großen, heterogenen, regionalen Population war die H.-pylori-Eradikationstherapie mit einer signifikant geringeren Inzidenz von NCGA nach 8 Jahren vs. keine Behandlung assoziiert. Nach 7–10 Jahren Nachbeobachtungszeit war das Risiko bei den behandelten Personen deutlich geringer als in der Allgemeinbevölkerung. Diese Ergebnisse aus den USA belegen deutlich, dass die gezielte Eradikation von H. pylori das Potenzial hat, Magenkrebs zu verhindern. (je) Autoren: Li D et al. Korrespondenz: Dan Li; [email protected] Studie: Effect of Helicobacter pylori Eradication Therapy on the Incidence of Noncardia Gastric Adenocarcinoma in a Large Diverse Population in the United States Quelle: Gastroenterology 2023;165(2):391–401. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2023.04.026
Mehr erfahren zu: "JAMA-Review: Wie Adipositas Krebs fördert" JAMA-Review: Wie Adipositas Krebs fördert In den USA werden Übergewicht und Adipositas für etwa 10% aller jährlichen Krebsneuerkrankungen und bis zu 50% bestimmter Krebsarten wie Endometrium- und hepatobiliäre Karzinome verantwortlich gemacht.
Mehr erfahren zu: "Mindeststandards für Qualität und Sicherheit von Glukosemesssystemen gefordert" Mindeststandards für Qualität und Sicherheit von Glukosemesssystemen gefordert In Europa fehlen bislang spezifische, verbindliche Mindeststandards für die Messqualität von kontinuierlichen Glukosemesssystemen (CGM). Ein Bündnis Deutscher Fachgesellschaften und Verbände fordert deshalb einen einheitlichen und verbindlichen Bewertungsstandard für CGM-Systeme.
Mehr erfahren zu: "Omega-3: Erhöhtes Vorhofflimmer-Risiko offenbar nur unter hochdosierter Therapie" Omega-3: Erhöhtes Vorhofflimmer-Risiko offenbar nur unter hochdosierter Therapie Omega-3-Fettsäuren gelten als potenziell kardioprotektiv. Eine hochdosierte Therapie kann jedoch das Risiko für Vorhofflimmern bei Herz-Kreislauf-Erkrankten erhöhen, wie eine aktuelle großangelegte Metaanalyse aufzeigt.