Heranwachsende mit Heuschnupfen leiden öfter unter Depressionen und Ängsten1. Juni 2018 Foto: © dtiberio – Fotolia.com Allergien sind keine Kleinigkeit – gerade für heranwachsende Patienten kann beispielsweise Heuschnupfen ernste, weitreichende Konsequenzen haben. Das legen die Ergebnisse einer aktuellen Studie nahe. „Die emotionale Last von Heuschnupfen kann für Heranwachsende sehr groß sein“, betont Michael Blaiss, MD, leitender Autor der Studie. „Ergebnisse von drei Studien aus unserem Review haben untersucht, inwiefern Heranwachsende durch allergische Rhinitis beziehungsweise allergische Rhinokonjunktivitis betroffen sind. Die Studien belegen, dass Heranwachsende mit allergischer Rhinitis höhere Raten von Ängsten und eine geringere Widerstandskraft gegenüber Stress hatten. Die Jugendlichen in den Studien waren auch feindseliger, impulsiver und änderten öfters ihre Meinung.“ Das Review hat 25 Studien, die die Effekte von allergischer Rhinitis bzw. Rhinokonjunktivitis bei Heranwachsenden (10 – 17 Jahre) untersuchen, identifiziert. Im Rahmen der Studien wurden Symptome, der Einfluss auf tägliche Aktivitäten, emotionale Aspekte, der Einfluss auf den Schlaf, der Einfluss auf die Bildung und die Therapielast untersucht. „Unser Review hebt die Tatsache hervor, dass die Allergiesymptome bei Jugendlichen sich von denen bei Kindern oder Erwachsenen unterscheiden“, sagt Blaiss. „Schlafmangel und schlechte Schlafqualität sind beides wichtige Aspekte bei Jugendlichen – beides kann sich durch Heuschnupfensymptome oder allergische Rhinitis verschlimmern. Schlechter Schlaf wirkt sich negativ auf die Teilnahme am Unterricht, die Leistungen und den Bildungserfolg aus.“ Die Studien legen nahe dass allergische Rhinitis mit oder ohne allergische Rhinokonjunktivitis Aspekte des täglichen Lebens wie das Führen eines Fahrzeugs oder das Lesen negativ beeinflussen und einen negativen Effekt auf die Psyche haben können. Gerade Jugendliche sind möglicherweise besonders empfindlich, weil sie eventuell unter Schamgefühlen wegen ihrer Symptome leiden, gerade dabei sind den Führerschein zu machen und an einem wichtigen Punkt ihrer Schulkarriere stehen. „Jugendliche sind weder ‚große Kinder‘ noch ‚kleine Erwachsene‘“, hebt Blaiss hervor. „Sie haben ganz spezifische Bedürfnisse und Allergologen könnten dabei helfen, die Symptome unter denen sie leiden zu verringern. Die Adoleszenz ist eine wichtige Periode in der Entwicklung und die Kontrolle der Allergiesymptome hilft bei täglichen Aktivitäten wie beispielsweise das Erlegdigen der Hausaufgaben oder Sporttraining.”
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