Herbert Augustin ist neuer Primarius der Abteilung für Urologie am Klinikum Klagenfurt10. Juni 2020 Herbert Augustin. Foto: © KABEG Seit 1. März 2020 leitet Prof. Herbert Augustin die Abteilung für Urologie am Klinikum Klagenfurt, Österreich. Augustin folgt Dr. Klaus Jeschke, der in den Ruhestand gegangen ist. „Ich darf eine Abteilung übernehmen, die von meinem Vorgänger, Prim. Dr. Klaus Jeschke, hervorragend geführt wurde“, kommentiert der neue Primarius, mit vollständigem Titel Prim. a.o. Univ.-Prof. Dr. Herbert Augustin. Sein Ziel ist es, diese Arbeit weiterzuführen und die Abteilung weiterzuentwickeln. „Die Abteilung für Urologie soll auch künftig für hohe Qualität und Therapien am aktuellen Stand der Wissenschaft stehen“, so Augustin. Der gebürtige Steirer war vor seiner Bestellung zum Primarius der Urologie am Klinikum Klagenfurt am Wörthersee in seiner Heimat, der Steiermark, tätig. In Graz wirkte er als 2. Stellvertreter des Vorstandes der Universitätsklinik für Urologie. Zudem zeichnete er auch als Leiter der Prostatakarzinomambulanz verantwortlich. Tatsächlich zählt die operative Uroonkologie zu seinen Schwerpunkten und dabei ganz besonders die chirurgische Therapie des klinisch lokalisierten Prostatakarzinoms. Schwerpunkte Prostata- und Blasenkarzinom „Mit 25 Prozent Anteil an allen Malignomen stellt das Prostatakarzinom das häufigste Karzinom des Mannes und die dritthäufigste tumorbedingte Todesursache dar“, erklärt Augustin. Die zentrale Strategie bei der Behandlung des klinisch lokalisierten Prostatakarzinoms stelle die radikale Prostataektomie dar. „Sehr viele Patienten fürchten sich vor den möglichen Nebenwirkungen dieser Therapie – insbesondere Inkontinenz und erektile Dysfunktion. Allerdings kam es gerade in den letzten Jahren zu einer Verfeinerung der operativen Technik und es gelingt häufig, die erektile Funktion zu erhalten“, berichtet der neue Abteilungsvorstand. Diese Technik erlernte Augustin im Zuge eines einjährigen Aufenthaltes am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Ein weiterer Schwerpunkt des neuen Primarius ist die Behandlung bei Harnblasenkarzinom. „Von dieser Erkrankung sind immer öfter Frauen betroffen“, so Augustin. Die Ursache ist unter anderem das Rauchen. Die Diagnose erfolgt manchmal erst im fortgeschrittenen Stadium. Eine Harnblasenentfernung ist dann meist die einzige Therapieoption. „In derartigen Fällen ist es notwendig, die Harnableitung mittels Blasenersatz zu rekonstruieren. Bei etlichen Patienten ist es möglich, ein Urostoma, also einen künstlichen Darmausgang zur Harnableitung, zu vermeiden und eine Neoblase aus Darm zu bilden.” Zudem setzt Primarius Augustin überall, wo es möglich ist, laparoskopische Techniken ein um minimalinvasiv zu operieren. „Vor allem bei der Nierenentfernung verzeichnen wir mit dieser Schlüssellochtechnik große Erfolge“, so Augustin. Er betont, dass er sämtliche Operationen „so radikal wie nötig, aber so schonend wie möglich“ durchführe. (Klinikum Klagenfurt am Wörthersee / ms)
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