Hertie-Stiftung fördert MS-Forschung an Zwillingskohorte29. Mai 2018 Dr. Lisa Ann Gerdes (Foto: Klinikum der Universität München (LMU)) Dr. Lisa Ann Gerdes, Ärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Klinische Neuroimmunologie der LMU München, ist von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in das Förderprogramm „MyLab“ aufgenommen worden. Damit unterstützt die Stiftung junge Ärztinnen und Ärzte in der MS-Forschung, damit diese ihre Forschung neben der klinischen Tätigkeit nachhaltig verfolgen können. Dr. Lisa Ann Gerdes hat seit 2012 eine einzigartige Kohorte eineiiger Zwillinge aufgebaut. Die Besonderheit besteht darin, dass in jedem Zwillingspaar dieser Kohorte jeweils ein Zwilling an Multipler Sklerose (MS) erkrankt ist, während der Zwillingsbruder (oder die Zwillingsschwester) keine erkennbaren Anzeichen der Erkrankung aufweist. Mit Hilfe dieser Zwillingskohorte konnten bereits wichtige neue Erkenntnisse über die Rolle der Darmflora bei MS gewonnen werden. So ergaben sich erstmals direkte Hinweise, dass die menschliche Darmflora tatsächlich Komponenten enthält, die den Ausbruch der MS starten oder begünstigen. Aktuelle Untersuchungen, in enger Zusammenarbeit mit Prof. Birgit Ertl-Wagner von der Klinik und Poliklinik für Radiologie, zeigten, dass etwa ein Fünftel der bisher gesunden Zwillingsgeschwister Entzündungsherde im Gehirn aufweisen, die mit der MRT entdeckt werden können. Diese (noch) gesunden Zwillinge haben ein erhöhtes Risiko, in Zukunft ebenfalls an MS zu erkranken. Gerdes möchte nun weitere Umweltfaktoren (einschließlich der Darmflora) identifizieren, die das MS-Risiko beeinflussen. Die Zwillingskohorte, und vor allem die bisher noch nicht an MS erkrankten Zwillinge, können bei der Identifizierung dieser Faktoren helfen und später auch als erste selbst von diesen Forschungsergebnissen profitieren. Mit dem 2016 initiierten MyLab-Programm möchte die Hertie-Stiftung junge, wissenschaftlich arbeitende Ärzte mit jeweils 400.000 Euro fördern, damit sie ihre Forschung nachhaltig und langfristig weiterverfolgen können. Neben Gerdes vom Klinikum der Universität München überzeugte die wissenschaftliche Jury in diesem Jahr auch PD Dr. Lucas Schirmer, ab Oktober 2018 Oberarzt der Neurologischen Universitätsklinik der Universitätsmedizin Mannheim. Er setzt sich in seiner Arbeit mit den Mechanismen des Fortschreitens der MS auseinander.
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