Herz, Darm und Ernährung: Hohes Risiko für Verzerrungen in Studien5. Oktober 2022 © metamorworks – stock.adobe.com (Symbolbild) Kardiometabolische Erkrankungen (CMD) haben gemeinsame Eigenschaften und Ursachen. Die Insulinresistenz ist ein Risikofaktor und charakteristisch für CMD und wird vermutlich durch Plasmastoffwechselprodukte der Darmmikrobiota (DM) moduliert. Da die Ernährung zu den wichtigsten Modulatoren der DM gehört, hat ein Team aus den Niederlanden eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, um zu beurteilen, ob CMD durch diätetische Interventionen, die auf die DM abzielen, moduliert werden können. Es erfolgte eine systematische Durchsicht der Literatur nach klinischen Studien, die auch auf Risiken für Verzerrungen (Bias) und Muster von Interventionseffekten hin untersucht wurden. Eine Metaanalyse diente der Bewertung der Effekte von Ernährungsmaßnahmen auf klinische Ergebnisse. Die Recherche ergab 4444 Artikel, aus denen 15 randomisierte kontrollierte Studien und 6 nichtrandomisierte klinische Studien eingeschlossen wurden. Das Gesamtrisiko einer Verzerrung war in allen Studien hoch. Im Allgemeinen veränderten die meisten diätetischen Maßnahmen die DM-Zusammensetzung, aber es konnte keine einheitliche Wirkung festgestellt werden. Die Ergebnisse der Metaanalysen zeigten, dass nur der diastolische Blutdruck bei allen Interventionen vs. Kontrollen gesenkt wurde (mittlere Differenz: -3,63 mmHg; 95%-KI -7,09 bis -0,17; I2=0%; p=0,04) und dass eine ballaststoffreiche Ernährung mit niedrigeren Triglyceridwerten assoziiert war (mittlerer Unterschied: -0,69 mmol/l; 95%-KI -1,36 bis -0,02; I2=59%; p=0,04). Andere CMD-Parameter wurden nicht beeinflusst. Fazit Damit zeigt sich, dass diätetische Interventionen die DM-Zusammensetzung, den Blutdruck und die zirkulierenden Triglyceride modulieren können. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass derzeitige Studien eine große methodische Heterogenität und ein hohes Risiko für Verzerrungen aufweisen. Gut konzipierte und kontrollierte Studien seien daher notwendig, um die komplexe Interaktion zwischen Ernährung, Mikrobiom und CMD besser zu verstehen. (bi) Autoren: Attaye I et al. Korrespondenz: Max Nieuwdorp; [email protected] Studie: A Systematic Review and Meta-analysis of Dietary Interventions Modulating Gut Microbiota and Cardiometabolic Diseases-Striving for New Standards in Microbiome Studies Quelle: Gastroenterology 2022;162(7):1911–1932. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2022.02.011
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