Hilft adjuvantes Nivolumab plus Ipilimumab bei lokalisiertem Nierenzellkarzinom nach Nephrektomie?28. Juli 2023 Foto: magele-picture – stock.adobe.com Bei Patienten mit lokalisiertem Nierenzellkarzinom (RCC) mit hohem Rezidivrisiko nach Nephrektomie verbessert die adjuvante Therapie mit Nivolumab plus Ipilimumab das krankheitsfreie Überleben (DFS) im Vergleich zu Placebo nicht. Dies ergibt Teil A der doppelblinden, randomisierten Phase-III-Studie CheckMate 914. In die Studie wurden Patienten mit lokalisiertem klarzelligen RCC aufgenommen, die ein hohes Rückfallrisiko nach radikaler oder partieller Nephrektomie hatten. Der Studienteil A, über den Robert J. Motzer und Kollegen in „The Lancet“ berichten, wurde in 145 Institutionen in 20 Ländern durchgeführt. Die Patienten wurden per Zufall (1:1) Nivolumab (240 mg) i. v. alle 2 Wochen für 12 Dosen plus Ipilimumab (1 mg/kg) i. v. alle 6 Wochen für 4 Dosen oder passendem Placebo zugewiesen. Die erwartete Behandlungsdauer betrug 24 Wochen, und die Behandlung konnte bis Woche 36 fortgesetzt werden. Die Randomisierung wurde nach TNM-Stadium und Nephrektomie (partiell vs. radikal) stratifiziert. Der primäre Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben gemäß maskierter unabhängiger zentraler Überprüfung; Sicherheit war ein sekundärer Endpunkt. Das DFS wurde bei allen randomisierten Patienten (Intention-to-treat-Population) analysiert; Exposition, Sicherheit und Verträglichkeit wurden bei allen Patienten erhoben, die mindestens eine Dosis des Studienmedikaments erhielten (alle behandelten Patienten). Zwischen dem 28.08.2017 und dem 16.03.2021 erhielten 816 Patienten nach dem Zufallsprinzip entweder adjuvant Nivolumab plus Ipilimumab (405) oder Placebo (411). 580 (71%) der 816 Patienten waren männlich und 236 (29%) weiblich. Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 37,0 Monaten (IQR 31,3–43,7) wurde das mediane DFS in der Nivolumab-plus-Ipilimumab-Gruppe nicht erreicht. In der Placebogruppe betrug es 50,7 Monate (95%-KI 48,1 bis nicht abschätzbar; HR 0,92; 95%-KI 0,71–1,19; p=0,53). Die für die geplante Zwischenanalyse des Gesamtüberlebens erforderliche Anzahl an Ereignissen war zum Zeitpunkt des Datenschnitts noch nicht erreicht, denn es waren nur 61 Ereignisse aufgetreten (33 in der Nivolumab-plus-Ipilimumab-Gruppe und 28 in der Placebo-Gruppe). 155 (38%) von 404 Patienten, die Nivolumab plus Ipilimumab erhielten, und 42 (10%) von 407 Patienten, die Placebo erhielten, hatten unerwünschte Effekte (adverse effects, AEs) im zeitlichen Zusammenhang mit der Therapie vom Grad 3–5. AEs jeglicher Ursache und jeglicher Art führten bei 129 von 404 (32%) behandelten Patienten zum Absetzen von Nivolumab plus Ipilimumab, bei den Placebo-Patienten beendeten 9 von 407 (2%) deswegen die Scheintherapie. 4 Todesfälle wurden der Behandlung mit Nivolumab plus Ipilimumab zugeschrieben. (ms)
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