Hirnblutungen mit einem Bluttest erkennen2. Mai 2024 Die Stuttgarter Besatzung der Deutschen Luftrettung (DFR) wendet als erste probeweise ein neues Verfahren zum Erkennen von Hirnblutungen an (Quelle: DRF Luftrettung). Als erstes Luftrettungsmittel in Deutschland ist Christoph 51 seit Kurzem mit einem Messgerät zum Erkennen von Hirnblutungen ausgestattet. Das Verfahren, das von einem Forscherteam um Prof. Christian Förch, Ärztlicher Direktor der Klinik für Neurologie im RKH Klinikum Ludwigsburg, entwickelt wurde, basiert auf einem Protein-Bluttest. Wird die DRF Luftrettung zu einem bewusstlosen Patienten alarmiert, müssen Notarzt und Notfallsänitäter am Einsatzort schnell die richtigen medizinischen Maßnahmen einleiten und entscheiden, in welche Spezialklinik der Patient transportiert wird. Eine Herausforderung, denn die Ursachen für Bewusstlosigkeit können vielfältig sein. Von einem Gefäßverschluss über einen epileptischen Anfall bis hin zu einer lebensbedrohlichen Hirnblutung: Bislang konnte erst eine Computertomographie-Aufnahme im Krankenhaus Aufschluss über die tatsächlichen Ursachen geben. Basierend auf neuen Erkenntnissen der Neurologie am Klinikum Ludwigsburg kann künftig ein spezieller Protein-Bluttest schon am Einsatzort zu einer noch besseren Diagnostik und initialen Behandlung betroffener Patienten beitragen: Dem Forscherteam um Prof. Christian Förch war es gelungen, ein spezifisches Protein zu identifizieren, das im Fall einer Hirnblutung sehr schnell aus geschädigten Hirnzellen freigesetzt wird. Das saure Gliafaserprotein (GFAP) kann mittels eines Plasma-Tests innerhalb von wenigen Minuten im Blut erkannt werden. „Es ist der Anspruch der DRF Luftrettung, Innovationen in der Notfallmedizin voranzutreiben und die Versorgung unserer Patienten weiter zu optimieren. Daher freuen wir uns sehr, das neue Verfahren als erste in der Luftrettung in Deutschland testen zu können. Bei Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall, Hirnblutung oder Schädel-Hirn-Trauma zählt jede Minute. Muss der Patient in eine stroke unit oder in die Neurochirurgie? Welche Medikamente sind für ihn die richtigen? Anhand des Testergebnisses können wir die initiale Therapie am Einsatzort noch zielgenauer einleiten und letztlich dazu beitragen, noch mehr Menschen zu retten“, unterstreicht Dr. Gregor Lichy, leitender Hubschrauberarzt der Station der DRF Luftrettung in Stuttgart. Nach einer ersten erfolgreichen klinischen Studie sollen im Rahmen eines Versuchs auf dem Hubschrauber weitere Erfahrungen gesammelt werden, um den Nutzen im Rettungsdienst nachzuweisen. Im weiteren Verlauf ist geplant, zusätzliche Rettungshubschrauber in Baden-Württemberg in die Studie einzubinden.
Mehr erfahren zu: "Hirnorganoide helfen, die Biologie des Ebola-Virus besser zu verstehen" Hirnorganoide helfen, die Biologie des Ebola-Virus besser zu verstehen Nach einer Infektion kann das Ebola-Virus monate- bis jahrelang unbemerkt im menschlichen Körper überleben, unter anderem im Zentralen Nervensystem. Mithilfe von Hirnorganoiden haben Forschende nun wertvolle Einblicke in die Mechanismen […]
Mehr erfahren zu: "Künstliche Intelligenz kann patientenrelevante Erfolge einer Behandlung vorhersagen" Künstliche Intelligenz kann patientenrelevante Erfolge einer Behandlung vorhersagen Forschende des Universitätsklinikums Tübingen haben am Beispiel der Tiefen Hirnstimulation bei Parkinson gezeigt, dass Künstliche Intelligenz dabei helfen kann, patientenrelevante Therapieerfolge wie verbesserte Alltagsfunktionen besser vorherzusagen.
Mehr erfahren zu: "Millionenförderung für die Erforschung der zerebralen Amyloidangiopathie" Millionenförderung für die Erforschung der zerebralen Amyloidangiopathie Ein Transatlantisches Exzellenznetzwerk, an dem auch eine Forschungsgruppe der Universitätsmedizin Magdeburg beteiligt ist, erhält acht Millionen Euro Förderung zur Erforschung einer häufig übersehenen Gefäßerkrankung.