Hirsutismus: Empfehlungen bei unerwünschtem Haarwuchs30. Juli 2018 © fotofabrika – fotolia.com In einer aktualisierten Praxisleitlinie gibt eine Expertengruppe der Endocrine Society Empfehlungen zur Diagnose und Behandlung von Hirsutismus bei prämenopausalen Frauen. Der Leitlinie zufolge sollten alle Frauen mit abweichendem Hirsutismus-Score auf erhöhte Androgenspiegel getestet werden. Dagegen wird bei Frauen mit normaler Menstruation und unerwünschtem lokalen Haarwuchs, sprich in Abwesenheit eines anomalen Hirsutismus-Scores, von einem entsprechenden Test abgeraten. Für die meisten Frauen, die trotz kosmetischer Maßnahmen wie Rasieren, Zupfen und Wachsen weiterhin unter für sie belastendem Haarwuchs leiden, empfiehlt die Expertengruppe eine medikamentöse Therapie. Wünsche die Patientin einen zusätzlichen kosmetischen Effekt, seien direkte Haarentfernungsverfahren wie Elektrolyse und Photoepilation eine Option. Bei Frauen mit leichtem Hirsutismus und keinem Hinweis auf eine endokrinologische Störung lautet die Empfehlung, eine medikamentöse Therapie durchzuführen oder die Haare mit den genannten direkten Verfahren zu entfernen. Für die medikamentöse Therapie eignen sich der Leitlinie zufolge kombinierte Kontrazeptiva mit Östrogen und Progestin für die Mehrheit der Frauen. Ist das Ansprechen suboptimal, kann nach 6 Monaten ein Antiandrogen dazugegeben werden. Von einer Monotherapie mit einem Antiandrogen rät die Expertengruppe ab, es sei denn, es wird eine zuverlässige Verhütung durchgeführt. Auch der Einsatz von Medikamenten, die den Insulinspiegel senken, wird nicht empfohlen. Entscheiden sich die Frauen für eine direkte Haarentfernung, sei eine Laser-/Photoepilation empfehlenswert. Autoren: Martin KA et al. Korrespondenz: Massachusetts General Hospital, Boston, Massachusetts, USA Studie: Evaluation and Treatment of Hirsutism in Premenopausal Women: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline Quelle: 2018;103(4):1233–1257. Web: academic.oup.com/jcem
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