Hohe Feinstaubbelastung erhöht das Schlaganfallrisiko3. November 2025 Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft warnt: Hohe Feinstaubbelastung erhöht das Schlaganfallrisiko. (Bild: © stock.adobe.com/Lukas Bast) Feinstaubbelastung steht in Zusammenhang mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko, insbesondere in städtischen Regionen. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft spricht sich für präventive Strategien und Frühwarnsysteme aus, um Risikogruppen und Versorgungseinrichtungen besser vorzubereiten. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) appelliert an deutsche Großstädte, weitere Maßnahmen gegen die Belastung der Bevölkerung durch Feinstaubbelastung zu ergreifen. „Internationale wie nationale Studien zeigen, dass Umweltfaktoren wie Feinstaub ein Risiko für das Erleiden eines Schlaganfalls darstellen“, erklärt Prof. Stefan Schwab. Er ist erster Vorsitzender der DSG und Direktor der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Erlangen. In einer alternden Gesellschaft gelte es deshalb, auch präventiv die Luftqualität zu verbessern, um der Volkskrankheit entgegenzuwirken. In Deutschland erleiden jährlich rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Als persönliche Hauptrisikofaktoren gelten Übergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel. Doch auch die Umwelt kann das Risiko maßgeblich beeinflussen. „Feinstaub ist einer der relevantesten Risikofaktoren, durch Umwelteinflüsse zu erkranken“, erklärte Dr. Lino Braadt von der Neurologischen Klinik der Universität Augsburg auf dem ersten Deutschen Schlaganfallkongress. Winterliche Wetterlagen, in denen kein Wind gehe und damit die Luft schlechter abziehe, würden in den letzten Jahren zunehmen, so der Wissenschaftler. Somit seien „blockierende Wetterlagen“ zusammen mit Inversionswetterlagen bei hohen Feinstaubwerten in Ballungszentren ein zunehmendes Problem. Universität Augsburg arbeitet an Warn-App Denn auch wenn die Feinstaubbelastung in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten sinkt, überschreiten in Großstädten vor allem bei Inversionswetterlagen die Messwerte noch immer die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Emissionsgrenze um ein Vielfaches. „Städteplaner könnten hier konkret positiven Einfluss nehmen“, appelliert Braadt. „Und damit entsprechend das Risiko für das Erleiden eines Schlaganfalls senken“, ergänzt Schwab. In Augsburg arbeitet man bereits an einer App, die anhand von Wetterdaten eine Vorhersage für die Schlaganfall-Mediziner geben kann. So können an bestimmten Tagen zum Beispiel mehr Personal und mehr Betten zur Akutversorgung auf der Stroke Unit bereitgehalten werden. Theoretisch könnte auch die Bevölkerung durch eine solche App gewarnt werden, um sich keinem zusätzlichen Risiko an der weniger frischen Luft auszusetzen. „Dies ist aber noch Zukunftsmusik“, weiß Schwab. Städteplaner könnten Risikofaktoren aktiv senken „Was wir derzeit aber mit Sicherheit sagen können: Luftschadstoffe triggern verschiedene metabolische Risikofaktoren. Und mit einem Abstand von vier bis sechs Tagen nach hohen Feinstaubwerten sehen wir vermehrt Patienten mit einem Schlaganfall in den Kliniken“, berichtet Schwab. Laut der DSG sei es an der Zeit, dem Feinstaub mit klugen Maßnahmen zu begegnen, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.
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