Hoher Unterstützungsbedarf bei sehr früh geborenen Kindern30. März 2022 Foto: ©Eduardo – stock.adobe.com Bei Kindern, die vor der 24. Schwangerschaftswoche geboren wurden, sind neuropsychiatrische und somatische Diagnosen weit verbreitet, wenn sie heranwachsen. Das zeigt eine Studie aus Schweden. Die Studie basiert auf Daten aus nationalen Registern und Klinikaufzeichnungen zu fast allen Kindern, die zwischen 2007 und 2018 in Schweden vor der 24. Schwangerschaftswoche geboren wurden und nach der Geburt bis zum ursprünglichen Geburtstermin (40 Wochen) überlebten. Insgesamt umfasst die Studie 399 Kinder. Bei der Nachuntersuchung waren sie zwischen zwei und 13 Jahre alt. Von diesen Kindern, die vor der 24. Schwangerschaftswoche geboren wurden, zeigten 75 Prozent neuropsychiatrische Beeinträchtigungen wie Entwicklungsstörungen (40 %), Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS; 30 %) oder Autismus (24 %). 55 Prozent einen intensiven Habilitationsbedarf. 88 Prozent andere medizinische Diagnosen wie Asthma (63 %) oder postnatale Wachstumsstörungen (39 %). 17 Prozent eine zerebrale Parese. Hoher Unterstützungsbedarf Die Studie zeige den hohen Bedarf an spezieller Unterstützung für Kinder, die extrem früh geboren wurden, und unterstreiche die Notwendigkeit einer langfristigen Habilitation. “Hier geht es um die kleinsten geborenen Babys, die ohne moderne Neugeborenenmedizin nicht überlebt hätten”, sagte Prof. Ann Hellström von der Sahlgrenska Academy der Universität Göteborg, Letztautorin der Veröffentlichung. “Eine extreme Frühgeburt hat langfristige Auswirkungen. Die Gesellschaft als Ganzes muss dafür sensibilisiert werden, damit in der Jugend und im späteren Leben genügend Ressourcen zur Verfügung stehen, um die Morbidität zu managen, strukturierte Nachsorgeprogramme erstellt werden und Unterstützung bei Behinderungen geleistet wird.” Mehr Überlebende In den zurückliegenden 20 Jahren ist die Überlebensrate bei extrem frühgeborenen Kindern stark angestiegen, insbesondere bei denen, die in der 22. und 23. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen. Die verbesserte Überlebensrate hat dazu geführt, dass man mehr über die Gehirnentwicklung dieser Kinder weiß und darüber, wie ihre kognitiven und motorischen Fähigkeiten sowie ihr Hör- und Sehvermögen beeinträchtigt werden. Diese Studie sei die erste, die in einem einzigen landesweiten Forschungsdatensatz ein umfassendes Bild von der Prävalenz verschiedener Diagnosen bei den unreifsten unter den extrem frühgeborenen Kindern und den zu erwartenden erheblichen Auswirkungen auf das Leben der Kinder liefere, erklärten die Forscher. “Ärzte und andere Angehörige der Gesundheitsberufe müssen sich der vielen Gesundheits- und Entwicklungsprobleme bewusst sein, die diese Kinder betreffen. Die Gesundheitsdienste brauchen auch Ressourcen, um ihren langfristigen Behandlungs- und Unterstützungsbedarf frühzeitig zu erkennen”, betonte Hellström.
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