Holetschek: Zu wenige Jugendliche gegen HPV geimpft24. Januar 2023 Die Europäische Union (EU) strebt eine deutliche Steigerung der Impfquoten bei Jungen an. (Foto: © Sherry Young – stock.adobe.com) In Bayern sind auch während der Corona-Pandemie die Impfquoten bei Kinderschutzimpfungen stabil geblieben. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Gesundheitsreport des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Nachholbedarf sieht der Report allerdings bei der Impfung gegen Humane Papillomviren. Laut Gesundheitsreport 2023 des LGL nehmen die Impfquoten bei Masern-, Mumps- und Rötelnimpfung (MMR-Impfung) sowie bei der Impfung gegen Windpocken (Varizellen) weiter zu. Konkret lag die Quote der zweiten Impfung gegen MMR bei Kleinkindern (nach 24 Monaten) in Bayern beim Geburtsjahrgang 2019 bei 79,3 Prozent. Im Vergleich dazu lag die Impfquote beim Geburtsjahrgang 2018 bei 73,8 Prozent und beim Geburtsjahrgang 2016 bei 68,2 Prozent. Auch der Impfstatus der Kinder im Einschulungsalter, den die Gesundheitsämter bei der Schuleingangsuntersuchung erheben, befindet sich dem Report zufolge nach wie vor insgesamt auf einem gleichbleibenden hohen Niveau. Die Durchimpfungsrate bei Tetanus beispielsweise liegt zum Schuljahr 2020/2021 bei 95,7 Prozent (deutschlandweit bei 92,6 %), bei Kinderlähmung bei 94,6 Prozent (deutschlandweit 91,9 %). Im Vergleich zu den Vorjahren sind die bayerischen Impfquoten für Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hib (Haemophilus influenzae Typ b) und Pneumokokken geringfügig gesunken. Während die Impfquote für Meningokokken C gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben ist, verzeichnen die Quoten für Hepatitis B, Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (Varizellen) einen leichten Anstieg. Prof. Christian Weidner, Präsident des LGL, sagte: „Es ist sehr erfreulich, dass die gängigen Impfquoten bei Kindern in Bayern nach den vorliegenden Daten der KV-Impfsurveillance sowie den regionalen Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns trotz Corona bisher ihr Niveau gehalten haben – zumal Impfungen zu den wirksamsten medizinischen Maßnahmen zählen und schwere Erkrankungen und sogar Todesfälle verhindern können. Die Impfaufklärung, die maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen haben dürfte, muss jedoch konsequent fortgeführt werden, gerade weil es noch Erkrankungen gibt, bei denen der Impfschutz weiter gesteigert werden kann“. So hat der aktuelle Gesundheitsreport ergeben, dass es bei der Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) weiteren Nachholbedarf gibt. Holetschek betonte: „Positiv ist, dass – laut Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) – die Zahl der HPV-Impfungen auch während der Corona-Pandemie stabil geblieben ist. Bei den Jungen gab es seit der Einführung der Impfempfehlung für diese Gruppe im Jahr 2018 bis 2021 sogar eine Zunahme. Stand 2020 waren in Bayern bei den 18-jährigen Mädchen allerdings nur 47,6 Prozent geimpft. Das ist zu wenig, denn Schätzungen zufolge infizieren sich 75 bis 80 Prozent der Menschen irgendwann im Leben mit dem Virus.“ Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen zwischen neun und 14 Jahren. Auch bis zum 18. Geburtstag empfiehlt die STIKO eine Nachholimpfung. Doch selbst Erwachsene können nach Experteneinschätzung von einer nachträglichen Impfung noch profitieren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will bis 2030 eine weltweite Impfquote von 90 Prozent bei 15-jährigen Mädchen erreichen. Außerdem strebt die Europäische Union (EU) eine deutliche Steigerung der Impfquoten bei Jungen an.
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