Holmium-Laser-Enukleation wirkt als Schutzfaktor für die aktive Überwachung bei Prostatakarzinom28. Oktober 2025 Die Enukleation der Prostata per Holmium-Laser bei BPH hat Auswirkungen auf die Therapie bei einem gleichzeitigen Prostatakarzinom. Symbolbild: k_yu – stock.adobe.com Eine Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP) wegen einer symptomatischen Benignen Prostatahyperplasie (BPH) kann sich bei Patienten, die gleichzeitig unter aktiver Überwachung (AS) wegen Prostatakarzinom (PCa) stehen, vorteilhaft auswirken. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie aus Frankreich. Charly Bâcle vom Universitätsklinikum der Insel La Réunion und seine Kollegen werteten retrospektiv die Krankenakten von PCa-Patienten unter AS aus, die zwischen 2010 und 2023 ihre Diagnose erhalten hatten. In ihre Studie nahmen sie Patienten mit einer Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren und einer Nachbeobachtungszeit von mindestens einem Jahr auf. Von diesen Patienten erhoben sie die funktionellen und onkologischen Ergebnisse sowie als Nachbeobachtungsdaten den PSA-Wert, die PSA-Dichte sowie Befunde aus der multiparametrischen Magnetresonanztomographie (mpMRT) und Prostatabiopsien. Schließlich verglichen sie die Patienten, die sich wegen BPH-bedingter Symptome des unteren Harntraktes einer HoLEP unterzogen hatten, mit denen ohne HoLEP. Als primären Endpunkt legten sie die Beendigung der AS fest. Insgesamt nahmen die Urologen 310 Patienten in ihre Studie auf, von denen 62 (20%) eine HoLEP erhalten hatten. Das Prostatavolumen war in der HoLEP-Gruppe höher als in der Gruppe ohne Operation (70 vs. 50 g; p<0,0001) und die PSA-Dichte war geringer (0,09 vs. 0,12; p<0,0001). Das mediane enukleierte Volumen betrug 62 ml (IQR 34–85). Die Pathologie ergab bei 17 (27%) bzw. 3 (5%) der Patienten ein PCa der Gradgruppen (GG) 1 bzw. 2. Läsionen mit GG ≥3 kamen nicht vor. Die AS-Abbruchrate betrug 18% in der HoLEP-Gruppe vs. 56% in der Kontrollgruppe (p<0,01). Die multivariate Analyse identifizierte HoLEP als Schutzfaktor für die Fortsetzung der AS (HR 0,231; p<0,0001). Bei der letzten Nachuntersuchung waren PSA und PSA-Dichte in der HoLEP-Gruppe signifikant niedriger (2 vs. 7,7; p<0,0001 bzw. 0,06 vs. 0,14 p<0,0001). „Die Durchführung einer HoLEP bei Patienten unter AS bei PCa kann (…) das Risiko einer verzögerten PCa-Behandlung verringern, ohne die onkologischen Ergebnisse oder zukünftigen Behandlungsmöglichkeiten zu verändern“, folgern Bâcle und Kollegen. Die HoLEP beeinflusse die AS-Parameter signifikant und modifiziere die Patientenüberwachung. Weitere Studien seien aber erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen und geeignete Nachsorgeprotokolle zu etablieren. (ms)
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