Hormonelle Beschwerden: BVF warnt vor Falschinformationen in Sozialen Medien30. April 2025 Foto: © Kristina/stock.adobe.com Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) warnt vor nicht evidenzbasierten Behandlungsmethoden, Ratschlägen oder Falschinformationen, die in sozialen Medien und anderen Plattformen verbreitet werden. Zum ersten Welthormontag am 24. April betont Dr. Klaus Doubek, Präsident des BVF: „Die Diagnostik und Therapie hormoneller Beschwerden oder Erkrankungen gehören in die Hände qualifizierter Fachärztinnen und Fachärzte – und nicht in die von selbsternannten Experten mit eigenen Interessen. Gerade auch von einer Selbstmedikation mit Hormonen auf Basis von Internetforen raten wir ab – das birgt erhebliche Risiken.“ Hormonelle Themen sind in den Medien präsent und gewinnen zunehmend an Aufmerksamkeit. Insbesondere im Internet verbreiten sich zahlreiche Falschinformationen und Pseudo-Wissen, vielfach von selbsternannten Hormonexperten mit oftmals wirtschaftlichen Interessen oftmals ohne medizinischen Hintergrund. Dem BVF ist es ein wichtiges ärztliches Anliegen, Mädchen und Frauen zu helfen, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anwenden zu können. Vor diesem Hintergrund prüfen Frauenärzte des Verbandes regelmäßig Faktenchecks auf Social Media sowie in öffentlich-rechtlichen und privaten Medien aus fachärztlicher Sicht. Der BVF empfiehlt, sich an wissenschaftliche Studien oder offizielle Gesundheitsorganisationen mit geprüften Inhalten zu halten und sich, insbesondere bei vorhandenen gesundheitlichen Problemen, direkt an die frauenärztliche Praxis zu wenden. Gezielte Aufklärung Gezielte Aufklärung sorgt dafür, die Bedeutung einer stabilen, gesunden hormonellen Balance zu verstehen und aktiv zu ihrer Gesunderhaltung beizutragen, aber auch Anzeichen eines Ungleichgewichts frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls ärztlichen Rat einzuholen. Der BVF hat Dr. Elena Leineweber, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Hormon- und Kinderwunschexpertin sowie bekannt aus den sozialen Medien, einige Fragen gestellt, insbesondere wie man Falschinformationen leichter erkennen kann, wie eine Diagnostik bei PCOS abläuft und ob Hormonspeichel-Tests aus dem Internet sinnvoll sind. Das gesamte Interview können Sie hier nachlesen: https://www.bvf.de/aktuelles-presse/pressestelle/pressematerial/interview-mit-dr-elena-leineweber-zu-falschinformationen-in-sozialen-medien/ BVF: Frau Dr. Leineweber, neben Ihrer Tätigkeit als niedergelassene Frauenärztin engagieren Sie sich auf Instagram und TikTok gegen Falschinformationen zu Hormonen. Was motiviert Sie dazu? Dr. Elena Leineweber: Ich sehe täglich in meiner Praxis, wie verunsichert viele Patientinnen durch widersprüchliche Informationen aus dem Internet sind. Es gibt zahlreiche Mythen über Hormone – von angeblich „natürlichen“ Alternativen bis hin zu pauschalen Behauptungen über die Gefährlichkeit bestimmter Therapien. Mir ist es wichtig, wissenschaftlich fundierte Informationen verständlich zu vermitteln und mit diesen Fehlinformationen aufzuräumen. So können Patientinnen selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Gesundheit treffen. Wie kann man als Patientin erkennen, ob eine Information über Hormone im Internet vertrauenswürdig ist? Seriöse Quellen zeichnen sich durch wissenschaftliche Fundierung aus. Wer sich informieren möchte, sollte auf offizielle medizinische Fachgesellschaften, Universitäten oder Ärztinnen und Ärzte mit nachweislicher fachärztlicher Expertise achten. Misstrauisch sollte man bei reißerischen Aussagen oder Heilsversprechen sein, besonders wenn sie mit Abonnements oder dem Verkauf von Produkten verbunden sind. Auch Quellenangaben können hilfreich sein. Werden wissenschaftliche Studien oder Leitlinien zitiert oder handelt es sich um persönliche Meinungen?
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