HPV-Impfung für Jungen: “Ein wichtiger Schritt für mehr Gesundheit!”18. Juni 2018 Foto: © Africa Studio – Fotolia.com Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) begrüßt den Beschluss der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut, die HPV-Impfung künftig auch Jungen zu empfehlen. “Die Impfempfehlung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Andere Länder praktizieren die Impfung für Jungen schon länger und schützen damit Jungen und Mädchen bzw. Frauen und Männer gleichermaßen vor HPV-assoziierten Erkrankungen”, sagte Dr. Hermann Josef Kahl, BVKJ-Präventionsexperte und Bundespressesprecher. Humane Papillomviren (HPV) verursachen Krebserkrankungen wie etwa Gebärmutterhalskrebs, aber auch Krebserkrankungen der Vulva, Scheide, Penis, After, Mund, Rachen und Kehlkopf. Sie verursachen ebenfalls häufig Anogenitalwarzen. Diese sind zwar gutartig, aber unangenehm, hochansteckend und häufig wiederkehrend. Trotz intensiver Aufklärungsarbeit werden in Deutschland nur circa ein Drittel aller Mädchen im empfohlenen Zeitraum von neun bis 14 Jahren gegen HPV geimpft. Mit 17 Jahren sind aktuell nur 45 Prozent der Mädchen komplett gegen HPV geimpft. Damit ist ein guter Herdenschutz nicht zu gewährleisten. “Die nun erweiterte STIKO-Empfehlung auf eine geschlechtsneutrale HPV-Impfung von Kindern und Jugendlichen wird dazu führen, dass mehr Menschen gegen HPV geimpft und damit geschützt werden; auch der Herdenschutz wird damit verbessert”, sagte Kahl. Mädchen und Jungen sollen nach Inkrafttreten dieser Empfehlung künftig zwischen neun und 14 Jahren geimpft werden, das Nachholen von verpassten Impfungen soll spätestens bis zum 18. Geburtstag erfolgen. Mit Veröffentlichung spätestens im Epidemiologischen Bulletin 34/2018 Ende August wird die neue STIKO-Empfehlung offiziell. Danach hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) drei Monate Zeit, die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie zu prüfen. Diese regelt die Kostenübernahme von Impfungen durch die Gesetzliche Krankenversicherung. Im Fall der HPV-Impfung wird sie erwartet, denn der G-BA folgt üblicherweise den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission.
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