HPV-Impfung jetzt auch für Jungen empfohlen11. Juni 2018 Die Erkenntnis setzt sich durch, dass die Impfung gegen HPV auch für Jungen sinnvoll ist. Foto: zinkevych – Fotolia.com Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt jetzt, auch Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren gegen Humane Papillomviren (HPV) zu impfen. Versäumte Impfungen sollten spätestens bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden. Bislang galt diese Empfehlung nur für Mädchen. Voraussichtlich erst Anfang 2019 wird der rechtswirksame Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vorliegen und die HPV-Impfung für Jungen in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen. Nach der Veröffentlichung der STIKO-Empfehlung im Epidemiologischen Bulletin muss der G-BA innerhalb von drei Monaten einen Beschluss zur Einführung in die GKV-Regelversorgung fassen, der danach innerhalb von zwei Monaten durch das BMG geprüft werden muss. Abschließend folgt die Veröffentlichung im Bundesanzeiger. “Die Techniker Krankenkasse (TK) nimmt die STIKO-Empfehlung zum Anlass, ab sofort auch für Jungen die Kosten für die HPV-Impfung zu übernehmen”, sagt Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. “Wie bei allen Impfungen profitieren nicht nur der Geimpfte selbst, sondern auch Menschen, die nicht geimpft sind. Krankheiten werden seltener übertragen und Infektionsketten unterbrochen. Dieser Gemeinschaftsschutz-Effekt wird größer, je mehr Personen geimpft sind.” Durch eine HPV-Impfung von Jungen können zum Beispiel Erkrankungen im Genitalbereich vermieden werden. Zudem wird schneller ein Schutz der Gesamtpopulation erreicht, da vor allem männliche Sexualpartner die Überträger der humanen Papillomviren sind. Sie können bei Frauen unter anderem Gebärmutterhalskrebs auslösen und auch bei Männern zu Krebs führen. Die Impfung sollte daher vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen. Zwei von zehn Mädchen in Baden-Württemberg geimpft 22,7 Prozent der fünfzehnjährigen Mädchen in Baden-Württemberg waren laut Epidemiologischem Bulletin des Robert Koch-Instituts aus dem Januar 2018 Ende 2015 vollständig gegen HPV geimpft. Deutschlandweit lag die Impfquote bei 31,3 Prozent. In den alten Bundesländern war sie mit 29,1 Prozent deutlich niedriger als in den neuen Bundesländern mit 46,2 Prozent. Die STIKO empfahl zuletzt in ihrer Impfempfehlung vom 25. August 2014 die HPV-Impfung für alle Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren; spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sollten auch bei ihnen versäumte Impfungen gegen HPV nachgeholt werden. Als sogenannte Mehrleistung erstattet die TK die Kosten der Impfung – abzüglich der Zuzahlung für den Impfstoff – auch für Frauen ab dem 18. Geburtstag bis zu dem Tag vor ihrem 27. Geburtstag. Die beiden derzeit in Deutschland verfügbaren Impfstoffe sind unabhängig vom Geschlecht ab einem Alter von neun Jahren zugelassen. Abhängig vom Alter bei der ersten Impfung werden zum vollständigen Impfschutz zwei oder drei Spritzen verabreicht. Nach dem heutigen wissenschaftlichen Stand ist noch unklar, ob später eine Auffrischungsimpfung notwendig ist. (TK/ms)
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