Hüftarthrose: Hilft Bewegung gegen die Schmerzen?3. August 2026 Ein aktuelle Cochrane-Review analysierte die Wirkung von Bewegung gegen Schmerzen im Zusammenhang mit einer Hüftarthrose. (Symbolfoto: © JackF/stock.adobe.com) Ein neuer Cochrane-Review kommt zu dem Ergebnis, dass Bewegung bei Patienten mit Hüftarthrose möglicherweise nur eine geringfügige Verbesserung der Schmerzen und Funktionsfähigkeit bewirkt. Es sind jedoch weitere Studien erforderlich, um fundierte Schlussfolgerungen ziehen zu können. Hüftarthrose ist eine Erkrankung, von der weltweit Millionen von Menschen betroffen sind. Sie ist eine wichtige Ursache für chronische Schmerzen und Behinderungen. Bewegung wird allgemein als Erstlinientherapie zur Behandlung von Schmerzen bei Hüftarthrose empfohlen. Laut einer aktuellen Cochrane-Übersichtsarbeit, geleitet von Forschern der University of Sydney und der University of Melbourne, sind die damit erzielten Verbesserungen hinsichtlich der Schmerzen und der körperlichen Funktionsfähigkeit jedoch möglicherweise nicht groß genug sind, um für die Patienten einen spürbaren Unterschied zu bewirken. Geringfügige Verbesserung der Schmerzen und Lebensqualität Die Übersichtsarbeit umfasste 18 klinische Studien mit insgesamt 1368 Teilnehmenden. Bei diesen handelte es sich überwiegend um Frauen (63 %) im Alter zwischen 53 und 74 Jahren. Die Ergebnisse sind somit eventuell nicht auf jüngere Menschen übertragbar. Die Trainingsprogramme in den einbezogenen Studien variierten stark: Sie dauerten zwischen zwei und 52 Wochen und umfassten eine Reihe von verschiedenen Trainingsformen, darunter Krafttraining, Ausdauertraining und Mind-Body-Ansätze. Die Auswertung dieser Studien ergab: Im Vergleich zu keiner Behandlung oder der üblichen Versorgung verringert Bewegung die Schmerzen wahrscheinlich um etwa sieben Punkte auf einer 100-Punkte-Skala. Als klinisch relevant gilt im Allgemeinen eine Verbesserung von mindestens zwölf Punkten, damit Patienten einen spürbaren Unterschied im Alltag bemerken. Bei der körperlichen Funktionsfähigkeit zeigte sich ein ähnliches Muster. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass diese Schwellenwerte größtenteils aus Populationen mit Kniearthrose und gemischter Arthrose abgeleitet wurden und möglicherweise nicht vollständig die Erfahrungen bei Hüftarthrose widerspiegeln. Auch die Lebensqualität verbesserte sich unabhängig vom verwendeten Vergleich kaum bis gar nicht durch Bewegung. „Bewegung wird als Primärbehandlung bei Hüftarthrose empfohlen, und diese Übersichtsarbeit widerlegt das nicht“, sagt Michelle Hall, Co-Erstautorin von der Universität Sydney. „Sie legt jedoch nahe, dass wir den Patienten ehrlich sagen sollten, dass der durchschnittliche Nutzen möglicherweise bescheiden ist und dass wir besser konzipierte Studien benötigen, um zu verstehen, wer am meisten profitiert und von welcher Art von Bewegung.“ Keine Empfehlung gegen Bewegung Die Übersichtsarbeit geht nicht so weit zu behaupten, dass Bewegung unwirksam sei oder als Empfehlung aufgegeben werden sollte. Bewegung hat über Arthrose hinaus weitreichende gesundheitliche Vorteile, ist kostengünstig und verursacht wahrscheinlich keinen Schaden. Nach Ansicht der Cochrane-Autoren braucht es größere und besser konzipierte Studien, um Patienten und Ärzten ein klareres Bild davon zu vermitteln, was Bewegung speziell bei Hüftarthrose realistisch bewirken kann. Denn die meisten von ihnen identifizierten und berücksichtigten Studien waren klein und nicht verblindet, was die Ergebnisse beeinflusst haben könnte. Da Schmerzen und Funktionsfähigkeit größtenteils selbst berichtet wurden und die Teilnehmer wussten, ob sie trainierten, könnte Bewegung wirksamer erscheinen, als sie tatsächlich ist. „Es gibt einfach noch keine umfangreiche Evidenzbasis“, betont Belinda Lawford, Mitautorin der Studie von der Universität Melbourne. „Für manche Menschen, die mit Hüftschmerzen zu kämpfen haben, kann Bewegung tatsächlich die einzige Hoffnung sein, aber ich möchte den Patienten auch keine falschen Hoffnungen machen. Es ist wichtig, dass zukünftige Forschungsarbeiten in Form von größeren, qualitativ hochwertigeren Studien durchgeführt werden, um zu untersuchen, welche Arten von Bewegung speziell bei verschiedenen Menschen wirken.“ (ah/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls zum Thema Hüftarthrose interessieren: Hüftschmerzen frühzeitig abklären, Ursache rechtzeitig behandeln Hüftarthrose: Kann Physiotherapie eine OP verzögern oder vermeiden? (Prä)diabetes: Mehr Arthrose, mehr Risiken beim Gelenkersatz
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