Hydronephrose bei Beckenorganprolaps: Kosten-Nutzen-Analyse der sonographischen Beurteilung der Stadien 3 und 4

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Bei Patientinnen mit einem Beckenorganprolaps (POP) des Stadiums 3 oder 4 ist das routinemäßige Nieren-Ultraschall-Screening eine kosteneffiziente Strategie, um eine Hydronephrose zu erkennen und eine Behandlung einzuleiten, die das Risiko dauerhafter Nierenschäden verringert. So eine neue US-Studie.

In der Studie entwickelten die Forscher ein Entscheidungsbaummodell. Dieses vergleicht ein Nieren-Ultraschall-Screening mit der üblichen Versorgung bei Patientinnen mit einem POP des Stadiums 3 oder 4.

Die neuen Forschungsergebnisse sind in der Fachzeitschrift „International Urogynecology Journal“ veröffentlicht.

Verschiedene Screening-Strategien

Bei der Screening-Strategie unterziehen sich die Patientinnen einer Ultraschalluntersuchung. Bei positivem Befund (Nachweis einer Hydronephrose) erfolgt anschließend eine Behandlung mittels Pessars oder Operation. Während bei negativem Befund entweder ein abwartendes Vorgehen, eine Pessar-Therapie oder eine Operation folgt.

Wiederum wählen bei der Strategie ohne Screening die Patienten ihre POP-Behandlung wie üblich, ohne über eine eventuell bestehende Hydronephrose Bescheid zu wissen. Bei Patientinnen mit Hydronephrose bleibt diese entweder bestehen oder bildet sich im Laufe der Therapie zurück. Die Wissenschaftler legten einen Zeithorizont von fünf Jahren zugrunde. Und sie wandten einen jährlichen Abzinsungssatz von drei Prozent auf zukünftige Kosten sowie qualitätskorrigierte Lebensjahre (QALYs) an.

Bei einer Zahlungsbereitschaftsschwelle von 150.000 US-Dollar pro QALY erwies sich der Nierenultraschall als kosteneffektiv. Jedenfalls sofern sich die Mehrheit der Patientinnen mit positivem Screening-Befund auf eine Hydronephrose für ein Pessar anstelle einer Operation entschied. Ein Nierenultraschall-Screening ist kosteneffektiv, wenn sich weniger als 36,3 Prozent der Patienten mit Hydronephrose für eine Operation entscheiden. Nach fünf Jahren erwies sich das Ultraschall-Screening der Nieren als kosteneffizient. Dies war unabhängig von der bei Patientinnen mit Hydronephrose gewählten Behandlung des Prolapses der Fall.

(ri/ms)