Hypertrophe Kardiomyopathie: Spezielles Programm macht intensiven Sport möglich

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Die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) wird mit einem belastungsinduzierten Plötzlichen Herztod (SCD) in Verbindung gebracht. Frühere Bewegungsempfehlungen beschränkten sich daher auf Trainingsprogramme mit niedriger Intensität. Neuere europäische und US-amerikanische Leitlinien empfehlen auf Basis neuerer Erkenntnisse jedoch einen liberalen Ansatz, was das Training bei HCM betrifft.

Unterstützt werden diese Leitlinien durch die Ergebnisse einer neuen randomisierten Studie aus London. Dieser zufolge ist auch ein hochintensives Trainingsprogramm bei Patienten mit HCM machbar, zeigt offenbar kardiovaskuläre und psychologische Vorteile und führt nicht zu einem Anstieg von Arrhythmien.

An der Studie nahmen 80 Personen mit HCM aus 3 tertiären Zentren in London teil (medianes Alter 44–48 Jahre; 67 Männer). Diese wurden randomisiert entweder einem 12-wöchigen überwachten Trainingsprogramm (n=40) zusätzlich zur Standardversorgung oder nur der Standardversorgung (n=40) zugeteilt. Eine Untersuchung aller Teilnehmer erfolgte zu Studien­beginn sowie nach 12 Wochen. Außerdem wurde die Trainingsgruppe 6 Monate nach Abschluss des Programms erneut evaluiert.

Insgesamt schlossen 67 (84%) Teilnehmer die Studie ab (n=34 bzw. n=33 in der Trainings- bzw. Standardversorgungsgruppe). Gründe für mangelnde Adhärenz umfassten Reisen, Arbeit und familiäre Verpflichtungen. Die Bereitstellung der Ressourcen entsprach den nationalen Standards der kardialen Rehabilitation. Es gab keinen Unterschied zwischen den Gruppen hinsichtlich arrhythmiebedingter Ereignisse (p=0,99).

Nach 12 Wochen zeigte die Trainingsgruppe eine größere Zunahme der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2; +4,1 ml/kg/min; 95%-KI 1,1–7,1) und des VO2 an der anaeroben Schwelle (+2,3 ml/kg/min; 95%-KI 0,4–4,1), einen niedrigeren systolischen Blutdruck (-7,3 mmHg; 95%-KI -11,7 bis -2,8) und Body-Mass-Index (-0,8 kg/m²; 95%-KI -1,1 bis -0,4) sowie eine größere Verbesserung von Angst- (-3; 95%-KI -4,3 bis -1,7) und Depressionswerten (-1,7; 95%-KI -2,9 bis -0,5) im Vergleich zur Standard­versorgungsgruppe. Die meisten Trainingsgewinne gingen nach 6 Monaten jedoch wieder verloren.

Fazit
Ein hochintensives Trainingsprogramm ist bei Patienten mit HCM durchführbar, mit erkennbaren kardiovaskulären und psychologischen Vorteilen, ohne eine Zunahme von Arrhythmien. Die Autoren betonen abschließend, eine groß angelegte Studie sei erforderlich, um die Ergebnisse zu bestätigen und die Langzeitsicherheit von hochintensivem Training bei HCM zu bewerten. (ah)

Autoren: Basu J et al.
Korrespondenz: Joyee Basu; [email protected]
Studie: High intensity exercise programme in patients with hyper­trophic cardiomyopathy: a randomized trial
Quelle: Eur Heart J 2025;46(19):1803–1815.
Web: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehae919