ICD-11: Chronischer Schmerz in neuen Diagnoseschlüssel aufgenommen6. Juni 2019 Foto: ©peterschreiber.media – stock.adobe.com Gute Nachrichten für Schmerzpatienten: Mit Inkrafttreten der ICD-11 zum 1. Januar 2022 wird der Schmerz erstmals nicht mehr nur als Symptom erfasst. Unter der Diagnose-Ziffer MG30 findet sich eine eigenständige Kategorie für die Klassifizierung chronischer Schmerzen. „Für die Betroffenen, beispielsweise Fibromyalgie-Patienten, ist das eine wirklich gute Nachricht“, sagte Prof. . Rolf-Detlef Treede, Inhaber des Lehrstuhls Neurophysiologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Denn: Ob eine Beeinträchtigung der Gesundheit als Diagnose anerkannt ist oder nicht, hat weitreichende Folgen sowohl für die Behandlung als auch für die Forschung. Ohne Diagnose-Ziffer keine Abrechnung mit der Krankenkasse und entsprechend nur schwer Zugang zu einer angemessen Behandlung durch den Schmerztherapeuten. Ohne Diagnose-Ziffer gibt es auch keine offiziellen internationalen Statistiken und daher weniger Forschungsgelder. Dass Schmerzen nun eine eigene Ziffer im ICD-11 haben, ist nicht zuletzt Treedes Engagement zu verdanken. Gemeinsam mit dem Psychologen Prof. Winfried Rief von der Philipps-Universität Marburg hatte er im Amt des Präsidenten der Internationalen Schmerzgesellschaft ISAP (International Association for the Study of Pain) der WHO eine entsprechende Änderung vorgeschlagen – und war zu seiner Freude prompt auf Zuspruch gestoßen. Dies war dann der Startschuss für die sechs Jahre währende Arbeit einer ICD-11-Task-Force der IASP unter dem Vorsitz von Treede und Rief, deren Aufgabe es war, ein Klassifizierungssystem für chronische Schmerzen zu erarbeiteten. Auf der Basis umfangreicher Datensammlungen aus der modernen Schmerzforschung erstellten die Mitglieder der Task Force, die aus vielen verschiedenen Mitgliedsstaaten der WHO stammen, Diagnosecodes für chronische Schmerzen und Codes für die häufigsten und klinisch relevantesten Gruppen chronischer Schmerzzustände. „Die neuen Daten werden die Schmerzforschung und die Behandlung von Schmerzpatienten auf der ganzen Welt verändern“, ist Treede überzeugt.
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