ICIs bei Kolorektalkrebs: Große Analyse bietet Einblick in das Ansprechen25. März 2025 Darmkrebs (Abbildung: © appledesign/stock.adobe.com) Eine aktuelle Veröffentlichung schildert Erkenntnisse aus einer Gruppe von 19.000 Darmkrebspatienten, die Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICIs) erhalten haben. Der Bericht stammt aus dem Labor von Dr. Stephanie Schmit von der Cleveland Clinic Genomic Medicine (USA). Er bietet die Möglichkeit, die Wirkung von ICIs, einschließlich PD-1- und PD-L1-Inhibitoren, in einer größeren Real-World-Population besser zu verstehen. Die Ergebnisse belegen, dass ICIs die Überlebensraten von Patienten mit metastasiertem Darmkrebs mit hoher Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H) deutlich verbesserten, was laut den Wissenschaftlern mit klinischen Studien übereinstimmt. Die Forschenden identifizierten außerdem bestimmte Bedingungen, die die Wirksamkeit der Therapie bei mikrosatellitenstabilen (MSS) Tumoren verbessern können, aufbauend auf den Ergebnissen der ersten klinischen Studie. „Da klinische Studien strenge Einschlusskriterien haben, sind ihre Ergebnisse nicht immer auf die breite Bevölkerung übertragbar“, erläutert Dr. Marco Matejcic, Datenwissenschaftler und Erstautor der Studie. „Wir wollten sicherstellen, dass die Behandlung im klinischen Alltag genauso wirkt wie in klinischen Studien. Es besteht immer die Möglichkeit, dass Faktoren, die in klinischen Studien nicht untersucht wurden, die Behandlungsergebnisse beeinflussen können.“ Im Jahr 2017 hatte die Federal Drug Administration (FDA) in den USA sechs ICIs zur Behandlung von Patienten mit Darmkrebs und MSI-H Tumoren zugelassen. Die Therapien zeigten in klinischen Studien große Erfolge bei metastasiertem Darmkrebs. Das Forscherteam nutzte für seine aktuelle Arbeit eine internationale Datenbank, um zu untersuchen, wie eine große Patientengruppe im klinischen Alltag auf die Behandlung reagierte. ICIs verbessern Überlebensraten bei metastasiertem MSI-H-Kolorektalkarzinom deutlich Matejcic analysierte gemeinsam mit der Onkologin und Co-Erstautorin Dr. Shahla Bari die elektronischen Gesundheitsakten von fast 19.000 Personen, die zwischen 2013 und 2019 gegen Darmkrebs behandelt wurden. Die Wissenschaftler analysierten die Akten, um Faktoren zu identifizieren, die mit einem bestimmten Behandlungsergebnis bei Patienten korrelierten, die mit oder ohne ICIs behandelt wurden. Die Ergebnisse bestätigten die Ergebnisse früherer klinischer Studien und zeigten, dass ICIs die Überlebensraten von Patienten mit metastasiertem MSI-H-Kolorektalkarzinom deutlich verbesserten. Die Forschenden identifizierten auch verschiedene Faktoren, die die Wirksamkeit der Behandlungen bei Patienten mit MSS-Tumoren beeinflussen könnten. MSS-Tumoren sprechen im Allgemeinen nicht gut auf die ICI-Therapie an. Dies bestätigen auch die Autoren der aktuellen Analyse: „Obwohl die meisten der von uns beobachteten Personen mit MSS-Tumoren schlecht auf die Therapie ansprachen, gab es tatsächlich einige MSS-Tumoren mit anhaltendem Ansprechen“, berichtet Schmit. „Faktoren wie Enzymspiegel, Mikrobiomaktivität, zusätzliche Medikamente und mehr spielten jeweils eine kleine Rolle bei der Bestimmung des Ansprechens eines MSS-Tumors auf die Immuncheckpoint-Therapie, obwohl wir erst nach weiteren Untersuchungen konkrete Empfehlungen geben können.“ Matejcic ergänzt: „Unsere Studie könnte zu neuen Leitlinien beziehungsweise Leitlinienänderungen für MSS-Tumoren führen, die in klinischen Studien generell nicht auf Immuncheckpoint-Inhibitoren ansprachen. Unsere Ergebnisse müssen jedoch in größeren Studien repliziert werden. Wir hoffen, dass unsere Ergebnisse dazu beitragen, die Überlebenschancen von Patienten mit MSS-Kolorektalkarzinom zu verbessern, die derzeit nicht auf eine Immuntherapie reagieren.“
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