Ig-Nobelpreise verliehen

Foto: © Jacob Lund, Fotolia.com
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Nierensteine in der Achterbahn, Fliegen im Wein und Menschen, die Schimpansen nachmachen: Zehn wissenschaftliche Studien, die «erst zum Lachen und dann zum Denken anregen», sind an der US-Eliteuniversität Harvard mit den sogenannten «Ig-Nobelpreisen» ausgezeichnet worden.

Die traditionell schrille Gala mit mehr als 1000 Zuschauern fand in der Nacht zum Freitag bereits zum 28. Mal statt. Wie jedes Jahr reisten auch diesmal echte Nobelpreisträger an, darunter der deutsche Physik-Nobelpreisträger von 2001, Wolfgang Ketterle.

Dr. Marc Mitchell von der Doctors Clinic in Poulsbo, Washington und Dr. Robert Wartinger von der Michigan State University bekamen den Preis in der Kategorie Medizin, weil sie versucht hatten zu ermitteln, ob durch Achterbahnfahren Nierensteine schneller ausgeschieden werden. Hierzu benutzten sie ein 3D-Nierenmodell. Tatsächlich begünstigt demnach eine Achterbahnfahrt den Abgang von Nierensteinen. Wichtig ist dabei aber, neben der Art der Achterbahn, auch die Sitzposition. Die Forscher unternahmen jeweils 24 Fahrten auf einem vorderen und 36 auf einem hinteren Platz. Während dabei auf den Frontsitzen nur vier Abgänge zu verzeichnen waren, waren es hinten 23.

Forscher aus verschiedenen Ländern erhielten den Preis in der Kategorie Biologie für den Nachweis, dass Wein-Experten durch Geruch verlässlich nachweisen können, ob sich in ihrem Weinglas eine Fliege befindet. Auch für die preiswürdigen Forschungen in der Kategorie Anthropologie (Schimpansen imitieren im Zoo Menschen etwa genauso oft und genauso gut wie Menschen Schimpansen) und Wirtschaft  (für die Untersuchung ob es effektiv für Arbeitnehmer ist, Voodoo-Puppen gegen missliebige Chefs zu verwenden) wurden multinationale Teams ausgezeichnet.