Im Tiermodell: Innovativer Herzkammern-Ersatz spendet Hoffnung für Kinder mit „Einkammerherzen“21. Oktober 2021 Foto: ©adragan – stock.adobe.com Eine internationale Kooperation von Forschenden aus Wien, Hamburg und Zürich hat im Tiermodell erstmals gezeigt, dass eine implantierbare Miniatur-Blutpumpe die rechte Herzkammer von Kindern mit nur einer funktionierenden Herzhälfte effektiv ersetzen könnte. Für Kinder, welche mit nur einer funktionalen Herzhälfte geboren werden („Einkammerherz“) und bei denen das Herzkreislaufsystem versagt, gibt es aktuell keine langfristige, wirksame Behandlungsmöglichkeit neben einer Herztransplantation. Von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitätsklinik für Herzchirurgie der MedUni Wien in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH, Power Electronic Systems Laboratory) wurde nun eine innovative Herzpumpe entwickelt und in Schafen erstmals erfolgreich angewandt, wie die MedUni Wien aktuell mitteilt. „Die Universitätsklinik für Herzchirurgie an der Medizinischen Universität Wien hat es sich gemeinsam mit diesen Partnern zum Ziel gesetzt, eine einzigartige Therapie für diese Patientinnen und Patienten zu entwickeln“, sagen die beiden Projektleiter an der MedUni Wien Daniel Zimpfer und Marcus Granegger. Hohes Potenzial der Pumpe bestätigt Die neue, innovative Pumpentechnologie wurde von einem interdisziplinären Team unter Graneggers technischer Leitung und der medizinischen Leitung durch Zimpfer und Michael Hübler (UKE Hamburg) erfunden und entwickelt. Den beiden Kinderherzchirurgen sei es nun gelungen, diese Pumpe in ein neuartiges Tiermodell am Zentrum für Biomedizinische Forschung der MedUni Wien (Leitung Prof. Bruno Podesser) zu implantieren. „Die Pumpe konnte die rechte Herzhälfte von Schafen über mehrere Stunden komplett ersetzen. Die Resultate bestätigen das Potenzial der Pumpe, den Kreislaufzustand bei PatientInnen mit ‚Einkammerherzen‘ zu normalisieren, ohne das Blut substantiell zu schädigen“, erklären Granegger und Zimpfer. Der nächste Schritt des Projektes seien nun weitere Untersuchungen, um die Langzeiteffekte dieser neuartigen Therapie zu erforschen. Die Forschenden hoffen, dass diese Technologie in den nächsten Jahren in einem Medizinprodukt umgesetzt werden kann, welches Kindern mit nur einer Herzhälfte ein normales Leben bei hoher Lebensqualität ermöglicht.
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