Imiquimod nach oberflächlicher Kürettage beim nodulären Basalzellkarzinom: Nach fünf Jahren mehr Rezidive als nach chirurgischer Exzision16. Juni 2025 Bild: ©Markus Bormann – stock.adobe.com Lassen sich noduläre Basalzellkarzinome (BCC) nach einer oberflächlichen Kürettage (SC) mit 5 %iger Imiquimod-Creme langfristig ebenso wirksam behandeln wie oberflächliche BCC? Dieser Frage ist ein Team um Dr. Babette J. A. Verkouteren vom Universitair Medisch Centrum Maastricht, Niederlande, nachgegangen. Seine aktuelle Sekundäranalyse einer randomisierten klinischen Studie ergab, dass SC plus Imiquimod zwar nicht als unterlegen vs. chirurgische Exzision (SE) angesehen werden kann, die Wirksamkeit von SC plus Imiquimod 5 Jahre nach der Behandlung jedoch deutlich geringer ausfiel. Dabei traten die meisten Fälle von Therapieversagen im 1. Jahr nach der Behandlung auf. Allerdings lag die Wahrscheinlichkeit für das tumorfreie Überleben 5 Jahre nach der Behandlung mit SC plus Imiquimod immerhin noch bei 77,8 %. In die Analyse waren Patienten mit einem primären nBCC von 4–20 mm eingegangen, die zwischen dem 01.01.2016 und dem 30.11.2017 an 2 dermatologischen Ambulanzen in den Niederlanden entweder einer Behandlung mit SC plus 5 % Imiquimod oder einer SE zugewiesen worden waren. Als primärer Endpunkt der SCIN-Studie galt die 1-Jahres-Wahrscheinlichkeit, kein Behandlungsversagen zu erleiden, als sekundärer Endpunkt diese Wahrscheinlichkeit nach 5 Jahren Nachbeobachtung, die am 07.09.2022 abgeschlossen wurde. Dabei schätzten die Autoren die 5-Jahres-Wahrscheinlichkeit für Rezidivfreiheit mittels Kaplan-Meier-Analyse anhand von Daten zum Behandlungserfolg aus 3 geplanten Nachuntersuchungen 3 Monate sowie 1 und 5 Jahre nach Behandlungsende ab. Zudem führten sie Analysen durch, die den Tod als konkurrierendes Risiko berücksichtigten. Insgesamt 145 Patienten (77 [53,1 %] männlich; medianes Alter 68 Jahre [IQR 31–89]) mit einem primären, histologisch nachgewiesenen nBCC wurden randomisiert für SC plus Imiquimod (n=73) oder SE (n=72). Insgesamt kam es in der SC-plus-Imiquimod-Gruppe in 15 Fällen zu Therapieversagen (5 Fälle traten 1–5 Jahre nach der Behandlung auf) und in der SE-Gruppe zu einem. Die 5-Jahres-Wahrscheinlichkeit für Rezidivfreiheit beziffert das Team auf 77,8 % (95 %-KI 65,7–86,0) nach SC plus Imiquimod und 98,2 % (95 %-KI 88,0–99,8) nach SE. Das relative Risiko eines Therapieversagens geben die Forscher mit 15,93 an (95 %-KI 2,10–120,64). Somit schließt das 95 %-KI die Nichtunterlegenheitsgrenze von 5,22 nicht aus. Wie das Team anmerkt, verstarben 20 Patienten an Ursachen, die nicht mit einem BCC in Zusammenhang standen. Die Subhazard Ratio aus einem Regressionsmodell mit konkurrierenden Risiken betrug 16,16 (95 %-KI 2,18–119,72). (sf) Autoren: Verkouteren BJA et al.Korrespondenz: Prof. Klara Mosterd; [email protected]Studie: Imiquimod Cream Preceded by Superficial Curettage vs Surgical Excision for Nodular Basal Cell Carcinoma: A Secondary Analysis of a Randomized Clinical TrialQuelle: JAMA Dermatol 2025;161(3):299–304.Web: doi.org/10.1001/jamadermatol.2024.5572
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