In-utero-Ereignisse sind wichtige Risikofaktoren für Darmkrebs im Erwachsenenalter24. Januar 2024 © AntonioDiaz – stock.adobe.com (Symbolbild) Das kolorektale Karzinom (KRK) ist die weltweit häufigste krebsbedingte Todesursache. Ein bekannter Risikofaktor ist eine Adipositas. Ihre Auswirkungen auf die Krebserkrankung im Erwachsenenalter könnten bereits auf fötalen oder entwicklungsbedingten Ursachen beruhen. Daher haben nun US-amerikanische Wissenschaftler mögliche Assoziationen zwischen mütterlicher Adipositas, einer Gewichtszunahme während der Schwangerschaft sowie dem Geburtsgewicht und dem Auftreten von Darmkrebs bei den Nachkommen untersucht. Sie verwendeten dafür Daten einer prospektiven Kohorte von Frauen, die zwischen 1959 und 1966 in Oakland, USA, pränatal betreut wurden (n=18.751 Lebendgeburten von 14.507 Müttern). Klinische Parameter der Mütter wurden 6 Monate vor der Schwangerschaft bis zur Entbindung erhoben. Eine KRK-Diagnose bei den erwachsenen Nachkommen (Alter ≥18 Jahre) wurde bis 2019 durch Verknüpfung mit dem California Cancer Registry ermittelt. Die Forscher berechneten die adjustierten HR (aHR) und schätzten zudem das relative Überschussrisiko aufgrund von Interaktionen (RERI) mithilfe von spezifischen Einzelreferenzmodellen. Bei 68 Nachkommen wurde im Verlauf von insgesamt 738.048 Personenjahren Darmkrebs diagnostiziert, wobei die Hälfte (48,5%) in einem Alter <50 Jahre war. Eine Adipositas der Mutter (≥30 kg/m2) erhöhte das Risiko für ein KRK bei den Nachkommen (aHR 2,51; 95%-KI 1,05–6,02). Die Gesamtgewichtszunahme modifizierte die Assoziation mit der Rate der frühen Gewichtszunahme (RERI −4,37; 95%-KI −9,49 bis 0,76), was darauf hindeutet, dass ein uneinheitliches Wachstum von der frühen bis zur späten Schwangerschaft das Risiko weiter erhöhen kann. Zudem bestand eine verstärkte Assoziation mit dem Geburtsgewicht (≥4000 g: aHR 1,95; 95%-KI 0,8–4,38). Fazit Diese Studienergebnisse deuten darauf hin, dass bereits In-utero-Ereignisse wichtige Risikofaktoren für die Entwicklung eines KRK sind und signifikant zum Anstieg der Inzidenzraten bei jüngeren Erwachsenen beitragen können. (je) Autoren: Murphy CC et al. Korrespondenz: Caitlin C. Murphy; [email protected] Studie: Maternal obesity, pregnancy weight gain, and birth weight and risk of colorectal cancer Quelle: Gut 2022;71(7):1332–1339. Web: https://doi.org/10.1136/gutjnl-2021-325001
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