Innovative Pilotstudie: DIVI-Förderstipendium über 10.000 Euro geht an Michael Heßler10. Dezember 2018 Im Rahmen des diesjährigen DIVI-Kongresses in Leipzig erhielt der Assistenzarzt Dr. Michael Heßler das DIVI-Förderstipendium in Höhe von 10.000 Euro für die Erforschung der Optischen-Kohärenztomografie-Angiografie bei viszeralchirurgischen Eingriffen. Wie lässt sich die Durchblutung der Netzhaut während einer Bauchoperation zuverlässig messen? Und wie hängt diese Durchblutung mit dem Gesamtkreislauf und den Organfunktionen zusammen? Diese wichtigen Fragen will Dr. Michael Heßler vom Universitätsklinikum Münster mithilfe einer innovativen Bildgebungstechnologie – der Optischen-Kohärenztomografie-Angiografie (OCT-A) – in einer Pilotstudie klären. Er erhält dafür das mit 10.000 Euro dotierte Förderstipendium der DIVI-Stiftung. Verliehen wurde ihm der Preis beim 18. Jahreskongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in Leipzig durch Stiftungsvorstand Prof. Gerhard W. Sybrecht, der sagt: „Das Ziel der Arbeit ist die uralte Frage der Anästhesie: Ist die Zirkulation des Organismus während der chirurgischen Intervention adäquat? Der Stipendiat wird dazu die neue Methode OCT-A bei viszeralchirurgischen Eingriffen anwenden.“ Foto: Preisträger Michael Heßler, Assistenzarzt an der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Münster (links) und DIVI-Stiftungsvorstand Gerhard W. Sybrecht. Foto: Mike Auerbach/DIVI Die Messung an den kleinen Blutgefäßen (Mikrozirkulation) im Auge ist deshalb sinnvoll, weil diese in einigen Situationen vom großen Blutkreislauf im Körper (Makrozirkulation) entkoppelt sind – etwa bei Schockzuständen. Bisherige Techniken, die die Mikrozirkulation untersuchen, weisen aber noch viele Einschränkungen auf und sind für den klinischen Alltag ungeeignet. So gibt es bisher zum Beispiel kein Programm, das Videos der Mikrozirkulation automatisch auswertet, sodass dies nur manuell mit viel Zeitaufwand gemacht werden kann. „Es besteht daher der Bedarf an einer Technologie, welche eine schnelle, zuverlässige Untersuchung und automatisierte Analyse der mikrovaskulären Durchblutung ermöglicht“, erklärt Heßler. Der 31-Jährige, der bereits 2015 einen DIVI-Forschungspreis gewonnen hat, ist seit 2014 Assistenzarzt an der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Münster und wird dort voraussichtlich im nächsten Jahr seinen Facharzt für Anästhesiologie erlangen. Die genannten Einschränkungen könnten mit der OCT-A überwunden werden. Sie bietet eine automatisierte Auswertung der Netzhaut-Durchblutung in Echtzeit. Zahlreiche Studien im Bereich der Augenheilkunde haben den Nutzen und die Zuverlässigkeit bei Augenerkrankungen bereits gezeigt. „Bislang wurde die OCT-A jedoch nur in Einzelfällen bei kritisch-kranken Patienten im Sitzen angewendet. In der geplanten Pilotstudie soll daher ein Prototyp eines OCTA-Geräts verwendet werden, welcher die Bildgebung beim liegenden Patienten in Vollnarkose während einer Operation ermöglicht“, erklärt Heßler. Die Studie soll zudem eine Grundlage für weitere Studien sein, in denen die Entkopplung von Mikro- und Makrozirkulation und auch der Zusammenhang mit Organfunktionen untersucht werden sollen.
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