INTEGA-Studie: Forschende weisen Erfolg der Krebsimmuntherapie bei fortgeschrittenem Magenkarzinom nach24. Juni 2022 Positive Auswirkungen auf Krankheitsverlauf von Magenkrebs durch Immuntherapie. (Foto: © Universitätsmedizin Halle) Forschende der Universitätsmedizin Halle haben in einer klinischen Studie gezeigt, dass sich die Lebensdauer von Patienten mit einer bestimmten Form des Magenkrebses deutlich verlängern lässt, wenn der bisherige Behandlungsstandard – die Kombination aus Antikörper- und Chemotherapie – durch eine Immuntherapie ergänzt wird. Jedes Jahr sind 15.000 Menschen von Magenkrebs betroffen. Die Entstehung des Magenkarzinoms bleibt bei vielen Betroffenen lange unentdeckt, weil die Symptome im frühen Stadium oft sehr unspezifisch sind. Je später im Krankheitsverlauf jedoch der Krebs diagnostiziert wird, desto schwieriger eine erfolgreiche Therapie. „Bei Magenkrebs in einem fortgeschrittenen, metastasierenden Stadium ist die derzeitige Behandlung vor allem palliativ auf die Zurückdrängung und Kontrolle der Symptome ausgerichtet“, erklärt Prof. Mascha Binder, Direktorin der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV der Universitätsmedizin Halle. Obwohl die Immuntherapie einen wachsenden Einfluss auf die Behandlung von Patienten mit Magenkrebs hat, ist sie derzeit nicht für alle Betroffenen zugelassen. Vor allem für Patienten mit HER2-positiven Tumoren setzt sich der bisherige Therapiestandard aus Chemotherapie und einer zielgerichteten Antikörpertherapie gegen HER2, der Bindestellen für bestimmte Wachstumsfaktoren auf der Oberfläche von Tumorzellen, zusammen. Nach Diagnosestellung liegt die durchschnittliche Überlebensdauer für die Betroffenen bisher bei 15 Monaten. Binders Forschungsteam hat in der INTEGA-Studie zwei experimentelle Regime für die Immuntherapie von HER2-positivem Magenkrebs untersucht. Dabei wurde im ersten Regime die HER2-Antikörpertherapie sowie eine starke Immuntherapie mit den Wirkstoffen Nivolumab und Ipilimumab miteinander kombiniert. Das zweite Regime erweiterte den aktuellen Therapiestandard um eine Immuntherapie mit Nivolumab. Während das erste Regime vergleichbare Ergebnisse wie der bisherige Behandlungsstandard zeigte, leben die Patienten aus der zweiten Gruppe durchschnittlich 22 Monate – also 7 Monate länger als bei einer Behandlung ohne den Einsatz von Immuntherapie. „Wir konnten mit unserer Studie nachweisen, dass bei Patienten mit HER2-positivem Magenkrebs die Immuntherapie als Ergänzung zum bisherigen Therapiestandard positive Auswirkung auf den Krankheitsverlauf hat und das Überleben unserer Patienten verlängern kann“, fasst Binder zusammen.
Mehr erfahren zu: "Gematik beschließt Fahrplan für die Modernisierung der TI" Gematik beschließt Fahrplan für die Modernisierung der TI Technisch einfacher, weniger störanfällig, neue Verantwortlichkeiten – die Gematik hat einen Plan vorgelegt, wie die Telematik-Infrastruktur (IT) zukunftsfest werden kann. Aus der Industrie kommen Kritik und die Forderung nach mehr […]
Mehr erfahren zu: "(Darm-)Krebs in jungen Jahren: Vorzeitige Alterung als Ursache, Rate leicht gestiegen" (Darm-)Krebs in jungen Jahren: Vorzeitige Alterung als Ursache, Rate leicht gestiegen Gleich zwei aktuelle Studien beschäftigen sich mit dem frühen Auftreten von Krebs. Eine US-Studie sieht die Ursache der Zunahme in der beschleunigten Alterung junger Menschen. Bei Darmkrebs macht eine deutsche […]
Mehr erfahren zu: "Forschende entwickeln Gentherapie für schwere Lebererkrankung bei Kindern" Forschende entwickeln Gentherapie für schwere Lebererkrankung bei Kindern Forschenden aus Großbritannien haben eine Gentherapie für das Arthrogrypose-Nierenfunktionsstörung-Cholestase-Syndrom entwickelt und damit bei Mäusen vielversprechende Ergebnisse erzielt.