Interaktive Web-App unterstützt Kinder krebskranker Eltern26. Januar 2026 Ein transdisziplinäres Projektteam entwickelte die Anwendung „Lonis Welteraumreise“ für Familien mit an Krebs erkrankten Elternteilen. (Foto: © Technische Hochschule Augsburg) Wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt, stehen Familien vor der schwierigen Aufgabe, Kindern die Krankheit und ihre Behandlungsmöglichkeiten behutsam und verständlich zu erklären. Die Web-App „Lonis Weltraumreise“ unterstützt die Familien dabei. „Kinder möchten verstehen, was eine Krebserkrankung für ihre Familie bedeutet. Die App liefert dafür verständliche und verlässliche Informationen“, erklärt Dr. Stefanie Pietsch, Psychoonkologin am Tumorzentrum Freiburg – CCCF. Die Web-App führt Kinder über verschiedene Fantasie-Planeten, auf denen die Protagonistin Loni Aspekte der Erkrankung und Behandlung wie Operation, Bestrahlung und Chemotherapie erkundet. Mit anschaulichen Bildern, einfachen Erklärungen und interaktiven Elementen erleichtert die Anwendung Gespräche in der Familie und stärkt die emotionale Bewältigung. Positive Ergebnisse und nächste Schritte Eine Pilotstudie zur Anwendung zeigte durchweg positive Rückmeldungen von Eltern, Kindern und Experten. Prof. Dr. Alexandra Teynor, Projektleiterin an der THA sagt: „Wir sind überwältigt von den positiven Bewertungen. Unser Ziel ist es nun, ‚Lonis Weltraumreise‘ allen betroffenen Familien kostenfrei zur Verfügung zu stellen.“ Das Projekt verdeutliche, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Informatik, Gestaltung, Psychoonkologie und Medizin gesellschaftlich relevante Innovationen hervorbringen kann. Eine anpassbare Geschichte Laut Teynor ist die Situation der Krebserkrankung in jeder Familie individuell. Bei „Lonis Weltraumreise“ können Eltern deshalb auswählen, welcher Elternteil erkrankt ist und welche Therapieformen anstehen. Die Geschichte passe sich daraufhin automatisch an diese Angaben an – so spiegele sie die individuelle Situation der Familie wider, ohne dass komplexe Einstellungen notwendig sind. Dadurch werde eine kindgerechte und persönliche Lernerfahrung geschaffen, die Kindern helfe, die Behandlungsschritte und den Umgang mit der Krankheit besser zu verstehen. Interdisziplinäre Zusammenarbeit für eine interaktive Lernwelt Die Anwendung wurde im Rahmen eines THA_innolab-Projekts von Studierenden des Bachelorstudiengangs Interaktive Medien der Technischen Hochschule Augsburg (THA) initiiert. Das angewandte Forschungsprojekt ist in enger Zusammenarbeit mit dem Angebot „Tigerherz … wenn Eltern Krebs haben“ am Tumorzentrum Freiburg – CCCF entstanden. „Lonis Weltraumreise“ ist eine interaktive Lernwelt, die Kindern zwischen fünf und neun Jahren hilft, die Situation einer Krebserkrankung innerhalb der eigenen Familie besser zu verstehen. Das transdisziplinäre Projekt wurde in Augsburg von Prof. Alexandra Teynor und Prof. Daniel Rothaug sowie von weiteren wissenschaftlichen Mitarbeitenden der Disziplinen Informatik und Gestaltung der THA betreut. Mit im Team waren auch Psychoonkologen, Sozialwissenschaftler und medizinisches Fachpersonal des Universitätsklinikums Freiburg, die Drehbuchautorin Alexandra Heneka sowie Familien mit Krebserkrankungen.
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