Interessenverband fordert Pharmaindustrie in Deutschland zu stärken17. Januar 2025 Dorothee Brakmann (Foto: @Svea Pietschmann) Anlässlich der kommenden Bundestagswahl am 23. Februar 2025 hat der Verband Pharma Deutschland bessere Rahmenbedingungen für Innovationen, Standortsicherung und Gesundheitsversorgung gefordert. „Die Pharmabranche ist mehr als nur ein Wirtschaftszweig – sie ist Schlüsselindustrie für Deutschlands Zukunftsfähigkeit“, erklärt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland. „Unsere Vorschläge zielen darauf ab, Deutschland als Standort für Gesundheitsinnovationen zu stärken und die Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung zu verbessern.“ Der Verband adressiert dabei vier zentrale Herausforderungen: die Gewährleistung der Versorgungssicherheit durch stabile Lieferketten, die Reformierung der Nutzenbewertung, die Stärkung der Patientenautonomie durch Selbstmedikation, sowie die Sicherstellung einer verantwortungsvollen Abwasserpolitik. Um die medizinische Grundversorgung zu gewährleisten, müssen dem Verband zufolge resiliente Lieferketten und Anreize für den Standort Europa geschaffen werden. Dies erfordere gezielte Maßnahmen, wie die Förderung der Produktion versorgungskritischer Wirkstoffe und Arzneimittel. Notwendig seien zudem Anpassungen der Rahmenbedingungen, um auskömmliche Preise zu ermöglichen und wettbewerbsfähig produzieren zu können. Ein weiterer Schwerpunkt liege auf Lieferketten und der Versorgungssicherheit. Für die Nutzenbewertung neuer Arzneimittel fordert Pharma Deutschland eine Reform des Bewertungsverfahrens, „um das Verfahren zukunftsfähig zu machen, an die medizinischen Möglichkeiten anzupassen sowie transparentere Entscheidungskriterien zu ermöglichen“. Zudem setze man auf die Förderung der Selbstmedikation. Dem Verband zufolge sieht die Branche in rezeptfreien Arzneimitteln einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des Gesundheitssystems. Jeder für Selbstmedikation ausgegebene Euro spare 14 Euro für die Gesetzliche Krankenversicherung und vier Euro für die Volkswirtschaft. „Ziel ist es, die Eigenverantwortung und Autonomie der Patientinnen und Patienten zu stärken und ihnen durch qualifizierte Beratung in Apotheken zu ermöglichen, gesundheitliche Entscheidungen selbstbewusst und informiert zu treffen“, so der Interessenverband. Ebenso sei aus Sicht der Pharmabranche die Einführung einer weiteren Klärstufe zur Entfernung von Mikroverunreinigungen umweltpolitisch sinnvoll. Die künftige Bundesregierung werde jedoch aufgefordertf, sich für eine gründliche Überarbeitung der Richtlinie einzusetzen. „Ziel muss eine faire Lastenverteilung zwischen allen Beteiligten sein, die auf transparenten Regeln basiert, ohne einzelne Branchen unverhältnismäßig zu belasten”, so Pharma Deutschland.
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