Internationale Leitlinien zur Behandlung von Magen-Darm-Metaplasien

© New Africa – stock.adobe.com (Symbolbild)

In den letzten 10 Jahren wurden zur Behandlung von Magen-Darm-Metaplasien (GIM) verschiedene internationale evidenzbasierte Leitlinien erarbeitet. Ein internationales Team fasste diese nun zusammen und zeigte auch Evidenzlücken auf, die durch zukünftige Forschung geschlossen werden müssen.

Eingeschlossen wurden alle Leitlinien und Konsenserklärungen der Jahre 2010–2023, die sich mit der Diagnose und Behandlung von GIM befassen. Die bewerteten 16 Richtlinien stimmten hinsichtlich des Zwecks der endoskopischen Überwachung der GIM überein, das heißt der Identifizierung prävalenter neoplastischer Läsionen und des Stadiums präneoplastischer Erkrankungen des Magens.

Es bestand auch eine Konkordanz darin, dass sich nur Patienten mit Hochrisiko-GIM-Phänotypen (korpuserweiterte GIM, OL[Operative Link]-GIM-Stadien III/IV, unvollständiger GIM-Subtyp), mit persistierender refraktärer Helicobacter-pylori-Infektion oder einer familiären Vorgeschichte von Magenkrebs 1. Grades einer regelmäßigen intervallmäßigen endoskopischen Überwachung unterziehen sollten. Bei Phänotypen mit geringem Risiko (Mehrzahl der GIM-Patienten) sei keine Überwachung erforderlich.

Nicht alle Leitlinien stimmten bezüglich der histologischen Stadieneinteilung überein. Bei notwendiger Überwachung empfehlen die meisten Leitlinien ein 3-Jahres-Intervall. Weiterhin besteht Einigkeit über die Eradikation von H. pylori als einzige nichtendoskopische Maßnahme zur Vorbeugung von Magenkrebs.

Viele Leitlinien gehen auf die Bedeutung einer qualitativ hochwertigen Endoskopie für die Überwachung ein, nur wenige aber auf wichtige Kriterien (wie die Befolgung eines systematischen Magenbiopsieprotokolls). Bemerkenswert ist, dass die meisten Leitlinien die Rolle der Endoskopie für das Magenkrebs-Screening und die Erkennung von Magenkrebsvorstufen kommentieren, jedoch über deren Umsetzung nur sehr heterogen berichten.

Fazit
Die internationalen Leitlinien stimmen darin überein, was die Bedeutung von GIM und die Notwendigkeit eines risikostratifizierten Ansatzes für die endoskopische Überwachung sowie die Eradikation von H. pylori betrifft. Eine weitere Harmonisierung der Richtlinien sei jedoch wünschenswert. (je)

Autoren: Dinis-Ribeiro M et al
Korrespondenz: Mario Dinis-Ribeiro; [email protected]
Studie: The road to a world-unified approach to the management of patients with gastric intestinal meta plasia: a review of current guidelines
Quelle: Gut 2024;73(10):1607–1617.
Web: https://doi.org/10.1136/gutjnl-2024-333029