Internationale Studie zu Hirntumoren bei Älteren mit 3,1 Millionen Euro gefördert18. August 2022 Foto: © merydolla – stock.adobe.com Eine Studie des Universitätsklinikums Freiburg soll Heilungsaussichten bei aggressiven Lymphomen des Gehirns verbessern. Studienzentren befinden sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Lymphome des Gehirns sind häufig besonders aggressive und schnell wachsende Tumore, sie treten überwiegend bei älteren Personen auf und führen unbehandelt innerhalb von Wochen oder wenigen Monaten zum Tod. Jetzt fördert das Bundesforschungsministerium mit 3,1 Millionen Euro eine Studie unter der Leitung des Universitätsklinikums Freiburg, die die Behandlung dieser Patienten deutlich verändern könnte: Anstelle einer reinen Chemotherapie kommt eine intensivere Chemotherapie, die auch die Übertragung patienteneigener Blutstammzellen beinhaltet, zum Einsatz. Ziel ist eine bessere Heilungsrate und erhöhte Lebensqualität der Betroffenen. Die Studie wird an 42 Zentren in Deutschland sowie weiteren Zentren in Österreich und der Schweiz in enger Zusammenarbeit mit Vertretern von Selbsthilfegruppen durchgeführt. Wirksamere Therapie gegen aggressive Hirntumore Bei Patienten mit einem primären Lymphom des Gehirns stehen Mediziner bislang oft vor einem Dilemma. Eine konventionelle Chemotherapie führt nur selten zum Erfolg. Mit einer intensiven Chemotherapie wäre eine Heilung möglich, diese ist aber meist für die älteren Patienten zu anstrengend. Darum wird in der Studie PRIMA-CNS unter der Leitung der Klinik für Innere Medizin I (Ärztlicher Direktor: Prof. Justus Duyster) des Universitätsklinikums Freiburg ein anderer Ansatz verfolgt. Die Hirntumor-Patienten erhalten eine kürzere, hochdosierte Chemo-Immuntherapie, im Anschluss findet eine autologe Transplantation von patienteneigenen Blutstammzellen statt. Durch diese Schritte werden die außer Kontrolle geratenen weißen Blutzellen erst zerstört und dann ersetzt. „Unsere bisherigen Studien zeigen, dass der neue Therapieansatz zu besseren Heilungschancen und einer höheren Lebensqualität führt. Außerdem hoffen wir, dass künftig auch Patienten erfolgreich behandelt werden können, für die die bisherige Therapie zu belastend ist“, sagt Projektleiterin PD Dr. Elisabeth Schorb, Oberärztin an der Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Freiburg. Insgesamt sollen 310 Patienten in die Phase-III-Studie eingeschlossen werden.
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