Interventionen bei Atopischer Dermatitis: Analyse systematischer Reviews26. September 2019 © Stockwerk-Fotodesign – stock.adobe.com Ein kürzlich in „Clinical and Experimental Dermatology“ publiziertes Review ist Teil einer Reihe jährlicher Updates, welche die Evidenzbasis zu Untersuchungen der Atopischen Dermatitis (AD) zusammenfassen. Darin werden Erkenntnisse aus 28 systematischen Reviews verdichtet, die sich mit der Behandlung und Prävention der AD beschäftigen und die im Jahre 2016 publiziert wurden. Es gibt demnach ausreichende Beweise für den therapeutischen Benefit von topischen Kortikosteroiden (CI) , Kalzineurininhibitoren, Glycyrrhetinsäure enthaltende Formulierungen, oralem Ciclosporin, oralem Azathioprin, Bestrahlung mit schmalbandigem UV-B sowie Schulungsprogrammen für AD-Patienten. Zusammengefasst lässt sich die Aussage treffen, dass topische CI und Kalzineurininhibitoren in etwa die gleiche Wirksamkeit aufweisen und beide vor dem Aufflammen der AD schützen, insofern sie 2-mal wöchentlich im Rahmen einer Erhaltungstherapie angewendet werden. Topische Kalzineurininhibitoren sind jedoch vergleichsweise teuer und weisen mehr Nebenwirkungen auf, weshalb der Einsatz topischer CI bei AD-Patienten als Behandlungsstandard gelten sollte. Die Autoren weisen darauf hin, dass es keine ausreichende Evidenz für die bessere Wirkung der mehrmaligen gegenüber der 1-mal täglichen Anwendung topischer CI gibt. Zur Anwendung von Omalizumab oder einer spezifischen Immuntherapie im Rahmen einer AD-Behandlung sei die Evidenz eher als ‚inkonsistent‘ zu bezeichnen, so die Autoren. Für den Nutzen einer Supplementation mit Vitamin D zur Reduzierung des Schweregrades der AD gebe es eine gewisse Evidenz, doch die Verbesserungen seien klinisch nicht sonderlich bedeutsam. Nur geringe Evidenz spreche für den Einsatz von Feuchtwickeln oder von Mitteln aus der alternativen Medizin. Zu Ernährungsumstellungen schreiben sie, dass lediglich eine fischreiche Diät während der Kindheit als Prävention vor AD dienen könne, andere Ansätze zur Ernährungsintervention jedoch wenig aussichtsreich erscheinen. Mit dem Review wollen die Autoren sowohl Ärzten als auch Patienten einen knapp formulierten Leitfaden an die Hand geben, der über die neuesten, evidenzbasierten Erkenntnisse zur Behandlung und Prävention der AD informieren soll. (am)
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