Investitionen in Tiergesundheit: Tierliebe entscheidend, nicht das Einkommen22. April 2026 Foto: © Thomas Suchanek/Vetmeduni Wer ist bereit, für die Gesundheit seines Tieres Geld auszugeben? Und wer, eine Krankenversicherung abzuschließen? Diesen Fragen ging eine Studie unter Leitung des Messerli Forschungsinstituts der Veterinärmedizinischen Universität Wien nach. Dazu führten die Forschenden eine repräsentative Umfrage unter Hunde- und Katzenhaltenden in Österreich, Dänemark und dem Vereinigten Königreich durch. Die wesentliche Erkenntnis lautet: Nicht das Einkommen, sondern die Tierliebe entscheidet darüber, wer für sein Haustier in die Tasche greift – auch wenn das Geld knapp ist. Die Studie ist am 17. April 2026 in „VetRecord“ veröffentlicht worden. Teuerungskrise trifft Haltende von Haustieren besonders stark Die steigenden Kosten für die tierärztliche Versorgung und die allgemein steigenden Lebenshaltungskosten veranlassen Tierhaltende zum Nachdenken. Nämlich darüber, wie viel sie sich für die Versorgung ihrer Haustiere leisten können. So ergab beispielsweise der PDSA Animal Wellbeing Report bereits im Jahr 2023, dass die Teuerungskrise die Entscheidungen von 22 Prozent der befragten britischen Tierhaltenden in Bezug auf die Tierpflege beeinflusst hat. Zudem nahmen über 30 Prozent persönliche Einsparungen vor, um ihre Tiere weiter optimal versorgen zu können. Krankenversicherungen für Haustiere als Gegenmittel Eine Versicherung kann die finanzielle Belastung und möglicherweise Ungleichheiten in der tierärztlichen Versorgung verringern. „Wir untersuchten deshalb mittels eines Online-Fragebogens die Gründe für den Abschluss einer Versicherung bei mehr als 2.000 Hunde- und Katzenbesitzern und -besitzerinnen in verschiedenen Einkommensgruppen in Österreich, Dänemark und dem Vereinigten Königreich“, erklärt Studien-Erstautorin Svenja Springer von der Vetmeduni. Zudem erhoben die Forschenden, welche Faktoren die Bereitschaft der Besitzer beeinflussen, Geld für lebensrettende Behandlungen auszugeben. Geringste Versicherungsquote in Österreich Insgesamt verfügten 41,7 Prozent der Tierhaltenden über eine Versicherung, wobei die Quote der Nichtversicherten in Österreich am höchsten war (78,7 Prozent). Im Vereinigten Königreich zeigte sich ein deutliches Einkommensgefälle. Tierhaltende in der höchsten Einkommensgruppe schlossen häufiger eine Versicherung ab (65,6 Prozent) als diejenigen in der niedrigsten Einkommensgruppe (34,4 Prozent). Tierliebe entscheidend, nicht Versicherung oder Finanzen Vor allem wurde aber eines offensichtlich, wie Springer betont: „Die emotionale Bindung beeinflusst die Bereitschaft der Besitzer und Besitzerinnen, mehr für lebensrettende Behandlungen auszugeben, unabhängig vom Versicherungsstatus.“ Umgekehrt würden sich aber 6,5 Prozent der Hundehaltenden im Fall des Falles für eine Euthanasie entscheiden. Bei den Katzenhaltenden waren es sogar fast 10 Prozent. Diese Tierhaltenden würden demnach kein Geld für eine Behandlung ausgeben. Zudem prüfte das Forschungsteam, ob mit steigendem Einkommen auch die Bereitschaft steigt, mehr Geld auszugeben. Und auch hier zeigen die Daten: Nicht das Einkommen oder das Alter des Tieres sind der entscheidende Faktor, sondern die emotionale Bindung – also die Tierliebe.
Mehr erfahren zu: "Diskussion um Afrikanische Schweinepest in Nordrhein-Westfalen" Diskussion um Afrikanische Schweinepest in Nordrhein-Westfalen Mit Zäunen und Jagdprämien versucht das Land, die Afrikanische Schweinepest in Südwestfalen einzudämmen. In einigen Regionen leben inzwischen kaum noch Wildschweine.
Mehr erfahren zu: "Demenz beim Hund: Liebevoll begleiten und anleiten" Demenz beim Hund: Liebevoll begleiten und anleiten Demenz beim Hund ist längst keine Seltenheit mehr. Mit zunehmender Lebenserwartung unserer Haustiere gewinnt sie an Bedeutung. Nach aktuellen Studien ist etwa jeder dritte Hund mit 12 Jahren und sogar […]
Mehr erfahren zu: "Blauzungenkrankheit: In Niedersachsen gilt neue Sperrzone" Blauzungenkrankheit: In Niedersachsen gilt neue Sperrzone Ganz im Süden Niedersachsens wurde der neue Erregertyp der Blauzungenkrankheit nachgewiesen. Das hat Folgen für weite Teile des Bundeslandes.