IQWiG sieht keinen Zusatznutzen für Ribociclib bei fortgeschrittenem Brustkrebs18. April 2019 (Foto: © Pixabay/Pexels) Auch bei Brustkrebspatientinnen vor oder in den Wechseljahren stellt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) für Ribociclib keine grundsätzliche Empfehlung aus. Aus seiner Sicht überwiegen die schweren Nebenwirkungen die wenigen Vorteile. Bereits 2017 hatte IQWiG die Vor- und Nachteile untersucht, die Ribociclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer für Patientinnen mit HR-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie hat. Damals lautete das Fazit: Ribociclib hat zusammen mit einem Aromatasehemmer einen geringeren Nutzen als die zweckmäßige Vergleichstherapie. Inzwischen wurde das Anwendungsgebiet von Ribociclib auch auf Frauen vor oder in den Wechseljahren ausgedehnt. Der Wirkstoff kann nicht nur mit einem Aromatasehemmer, sondern auch mit Fulvestrant kombiniert werden. Und er darf nicht nur initial, sondern auch als Folgetherapie eingesetzt werden. Daher hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) das IQWiG mit einer erneuten Dossierbewertung beauftragt, die auf Daten aus den Studien MONALEESA-3 und MONALEESA-7 beruht. Vorteile, aber auch deutliche Nachteile Für bestimmte Patientinnen zeigt sich auf dieser Basis ein Vorteil beim Gesamtüberleben, was in der Endpunkt-Kategorie Mortalität zu einem Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen führt. „Wenn man die Daten nur für jeweils eine der Fragestellungen auswertet, ist dieser Überlebensvorteil statistisch nicht signifikant“, so der stellvertretende Institutsleiter Stefan Lange. „Es erschien uns aber sachgerecht, die Daten der beiden relevanten Patientinnengruppen, die an der Studie MONALEESA-3 teilnahmen, in dieser Frage gemeinsam zu betrachten. Dann ist die Signifikanzgrenze erreicht.“ Aber dem stehen auch deutliche Nachteile gegenüber, nämlich Hinweise auf einen erheblichen Schaden in der Endpunkt-Kategorie „unerwünschte Ereignisse“: Mit Ribociclib behandelte Frauen entwickelten wesentlich öfter schwere Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems als die Studienteilnehmerinnen im Vergleichsarm. Die Betroffenen entwickelten Neutropenien. Diese Nachteile wiegen aus Sicht des IQWiG so schwer, dass sie den Anhaltspunkt für einen Überlebensvorteil letztlich aufwögen. In der Gesamtschau kommt das Institut daher zu dem Schluss: Ein Zusatznutzen sei für keine der Fragestellungen bei Frauen nach der Menopause belegt. Für Frauen vor und während der Menopause habe der Hersteller hingegen nur für eine Teilgruppe von vorbehandelten Frauen relevante Daten vorgelegt. Für diese sei sogar weiterhin von einem gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie geringeren Nutzen auszugehen. G-BA beschließt über Ausmaß des Zusatznutzens Die Dossierbewertung ist Teil der frühen Nutzenbewertung gemäß Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG), die der G-BA verantwortet. Nach Publikation der Dossierbewertung führt der G-BA ein Stellungnahmeverfahren durch und fasst einen abschließenden Beschluss über das Ausmaß des Zusatznutzens.
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