Isatuximab, Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason beim Multiplen Myelom

Multiples Myelom – mikroskopische Ansicht eines Knochenmark-Objektträgers. Bild: ©Saiful52 – stock.adobe.com

Aktuell gilt die Kombination aus Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (VRd) als bevorzugte Option für die Erstlinie beim neu diagnostiziertem Multiplen Myelom.

In einer internationalen, unverblindeten Phase-III-Studie konnte die IMROZ Study Group um Prof. Thierry Facon vom Centre Hospitalier Universitaire (CHU) de Lille, Frankreich, jetzt belegen, dass der Zusatz des monoklonalen CD38-Antikörpers Isatuximab zu VRd bei nichttransplantationsfähigen Patienten wirksamer ist als VRd allein.

In der Phase-III-Studie hatten Facon et al. 446 Patienten (18–80 Jahre) mit neu diagnostiziertem Multiplen Myelom, die für eine Transplantation nicht infrage kamen, im Verhältnis 3:2 randomisiert für entweder Isatuximab plus VRd oder VRd allein. Als primären Wirksamkeitsendpunkt hatten sie das PFS definiert, als wichtige sekundäre Endpunkte eine CR oder besser und einen negativen MRD-Status bei Patienten mit CR.

Bei einer medianen Nachbeobachtung von 59,7 Monaten betrug das geschätzte PFS nach 60 Monaten 63,2 % in der Isatuximab-VRd-Gruppe vs. 45,2 % in der VRd-Gruppe (HR für Progression oder Tod 0,60; 98,5 %-KI 0,41–0,88; P<0,001). Der Prozentsatz der Patien­ten mit einer CR oder besser fiel in der Isatuximab-VRd-Gruppe signifikant höher aus als in der VRd-Gruppe (74,7 % vs. 64,1 %; P=0,01), ebenso wie der Prozentsatz der Patien­ten mit MRD- Status und einer CR (55,5 % vs. 40,9 %; P=0,003).

Facon et al. beobachteten keine neuen Sicherheitssignale mit Isatuximab-VRd. Die Häufigkeit schwerer unerwünschter Ereignisse und solcher, die zum Absetzen führten, beurteilten sie in beiden Gruppen als ähnlich. (sf)

Autoren: Facon T et al.
Korrespondenz: [email protected]
Studie: Isatuximab, Bortezomib, Lenalidomide, and Dexamethasone for Multiple Myeloma
Quelle: N Engl J Med 2024;391(17):1597–1609.
Web: doi.org/10.1056/NEJMoa2400712