JAK1-Hemmer lindert Juckreiz7. Juni 2024 Foto: © New Africa- stock.adobe.com Der JAK1-Hemmer Abrocitinib kann die Symptome von Patienten mit stark juckenden Erkrankungen verbessern. Dies geht aus einer kleinen Studie hervor, die in „JAMA Dermatology” veröffentlicht wurde. In der zwölfwöchigen Studie unter der Leitung von Forschenden der University of Maryland School of Medicine wurde festgestellt, dass Abrocitinib nur minimale Nebenwirkungen verursacht. Es wirkte sowohl bei Patienten mit Prurigo nodularis als auch bei Patienten mit chronischem Pruritus unbekannter Ursache. „Es gibt nur sehr wenige Behandlungsmöglichkeiten für Prurigo nodularis und chronischen Pruritus unbekannter Ursache. Die Patienten leiden oft jahrelang unter schrecklichen Beschwerden, die zu Angstzuständen und Depressionen führen können und ihre Lebensqualität stark beeinträchtigen“, sagte Shawn Kwatra vom University of Maryland Medical Center. „Der Grundgedanke für diese Studie ergab sich aus den Ergebnissen der Studien meines Labors über veränderte Entzündungsmediatoren bei diesen Erkrankungen, die alle über JAK1 funktionieren. Wir hoffen, mit dieser Studie einen weiteren Schritt in Richtung personalisierter Therapien zu machen, die eine nachhaltige Linderung bei der Bewältigung dieser schwächenden Erkrankungen bieten können.“ Kwatras frühere Forschungen zeigen, dass Prurigo nodularis bei Dunkelhäutigen mehr als dreimal so häufig auftritt wie bei Hellhäutigen, dass Frauen tendenziell häufiger betroffen sind und ein Zusammenhang mit Depressionen, Diabetes, chronischen Nierenerkrankungen und HIV besteht. Chronischer Pruritus unbekannter Ursache ist am häufigsten bei älteren Erwachsenen anzutreffen und verursacht starken Juckreiz, der länger als sechs Wochen anhält. An der Studie nahmen insgesamt 20 Patienten teil, von denen die Hälfte an Prurigo nodularis und die andere Hälfte an chronischem Juckreiz unbekannter Ursache litt. Sie alle erhielten 12 Wochen lang Abrocitinib 200 mg einmal täglich. Die Patienten wussten, dass es sich um eine experimentelle Behandlung handelte, und die Studie umfasste keine Placebogruppe. Abrocitinib reduzierte die Juckreiz- und Schmerzsymptome bei den Patienten mit Prurigo nodularis um 78 Prozent. Bei Patienten mit chronischem Juckreiz gingen die Juckreiz- und Schmerzsymptome um 54 Prozent zurück. Die Patienten in beiden Gruppen berichteten auch über eine Verbesserung ihrer Lebensqualität und ihrer Schlafgewohnheiten. Bei keinem der Patienten traten schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auf. Die häufigste Nebenwirkung, die bei 10 Prozent der Patienten auftrat, waren kleine akneartige Erhebungen. Abrocitinib ist ein JAK1-Hemmer, der Entzündungen unterdrückt, insbesondere entzündungsfördernde Zytokine, die an einem überaktiven Immunsystem beteiligt sind. JAK1-Hemmer scheinen die Immunaktivität zu verlangsamen, indem sie die intrazelluläre Signalübertragung dieser Zytokine unterdrücken. „Dies ist nicht nur eine ermutigende Studie, sondern schafft auch die Voraussetzungen für eine klinische Studie der Phase 3“, sagte Mark T. Gladwin von der University of Maryland, Baltimore.
Mehr erfahren zu: "Digitaler Workflow in der Arztpraxis" Digitaler Workflow in der Arztpraxis Wie ein digitaler Workflow in der Arztpraxis aussehen kann und an welchen Stellen Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz kommt und in Zukunft kommen könnte, war Thema in verschiedenen Sessions auf […]
Mehr erfahren zu: "Seltene Autoimmunerkrankungen: Routinediagnostik für Kollagenosen gesucht" Seltene Autoimmunerkrankungen: Routinediagnostik für Kollagenosen gesucht Ein niedersächsisches Forschungsteam arbeitet an der Entwicklung von präziseren Diagnoseverfahren für Kollagenosen. Im Fokus stehen dabei zwei Typen von Immunreaktionen. Das Programm „zukunft.niedersachsen“ unterstützt die Such nach der Routinediagnostik mit […]
Mehr erfahren zu: "Keratinozyten fördern Rabiesvirus-Infektion nach oberflächlicher Verletzung" Keratinozyten fördern Rabiesvirus-Infektion nach oberflächlicher Verletzung Ein niederländisches Forschungsteam identifizierte Keratinozyten als Replikationszentren und immunologisch aktive Effektorzellen, die zum Risiko einer Tollwutinfektion nach Kratzern oder kleineren Bissverletzungen beitragen.