Junge Frauen dreimal häufiger in Therapie als Männer9. Juni 2021 Junge Frauen im Alter von 17 Jahren sind besonders häufig in psychotherapeutischer Behandlung. Dies ist das Ergebnis einer Analyse der Barmer unter Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 24 Jahren. Im Jahr 2019 nahmen hochgerechnet rund 17.900 beziehungsweise 4,8 Prozent aller 17-jährigen Frauen eine klassische Psychotherapie in Anspruch. Damit ist ihr Anteil dreimal so hoch wie bei den gleichaltrigen männlichen Jugendlichen mit 1,5 Prozent oder hochgerechnet rund 6200 Betroffenen. „Depressionen sind der häufigste Grund für eine psychotherapeutische Behandlung. Dass vor allem junge Frauen davon betroffen sind, könnte daran liegen, dass das Auftreten von Depressionen eng mit dem Hormonhaushalt verknüpft ist, der sich in der Pubertät ändert. Darüber hinaus spielen auch gesellschaftliche Einflüsse wie ein zweifelhaftes Schönheitsideal und soziale Medien eine Rolle“, sagt Dr. Ursula Marschall, Leitende Medizinerin bei der Barmer. So seien junge Frauen vergleichsweise häufig wegen Essstörungen in Behandlung. Angststörungen und posttraumatische Belastungsstörungen seien ebenfalls zahlreich ausschlaggebend. Jungen vor allem zwischen zehn und zwölf Jahren in Therapie Während die jungen Frauen insbesondere ab dem Ende der Pubertät vermehrt in Behandlung seien, lägen die Jungen vor und zum Beginn der Pubertät noch vorn. Im Alter von zehn Jahren seien 2,8 Prozent oder circa 10.700 Jungen in Behandlung. Dem stünden 2,2 Prozent der Mädchen beziehungsweise rund 7800 Betroffene gegenüber. Anteil der Personen bis 24 Jahre in klassischer Psychotherapie nach Geschlecht und Alter im Jahr 2019 in Prozent (Quelle: Barmer) Besonders häufig seien Jungen wegen Störungen des Sozialverhaltens, ADHS sowie Lese- und Rechtschreibstörungen in Therapie. „Je früher psychische Störungen erkannt werden, desto eher kann man sie behandeln, bevor sie sich dauerhaft manifestieren“, so Marschall. Hilfe bei der Früherkennung bietet das Kinder- und Jugend-Programm der Krankenkasse. Es beinhalt unter anderem Vorsorgeuntersuchungen, die darauf abzielten, psychische Auffälligkeiten, gesundheitliche Defizite oder Entwicklungsstörungen junger Menschen möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Derzeit nehmen der Krankenkasse zufolge fast 580.000 Kinder und Jugendliche an dem Programm teil.
Mehr erfahren zu: "Picky Eating bei Autismus: Schmetterling-Programm bessert das Essverhalten" Picky Eating bei Autismus: Schmetterling-Programm bessert das Essverhalten Selektives Essverhalten ist eine Herausforderung, die den meisten Eltern vertraut ist. Bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) kann das Picky Eating jedoch so ausgeprägt sein, dass es schon in jungen Jahren […]
Mehr erfahren zu: "Sport trotz Hirntumor: „Muskelkater ist der Applaus des Körpers“" Sport trotz Hirntumor: „Muskelkater ist der Applaus des Körpers“ Schnell wachsende Hirntumore gelten bislang als nicht heilbar, doch verschiedene Therapien können wertvolle Lebenszeit schenken. Was viele nicht erwarten: Auch Sport kann begleitend die Lebensqualität deutlich verbessern.
Mehr erfahren zu: "DGN: Hitze macht krank" DGN: Hitze macht krank Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) unterstützt das Positionspapier der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit und fordert die Umsetzung der darin aufgeführten Maßnahmen, um insbesondere Menschen mit neurologischen Krankheiten wirksam […]